
Iranische Raketenangriffe: IRGC beansprucht Zerstörung von US-Luftabwehr in Jordanien und Kuwait
Trotz Dementis aus Amman und fehlender unabhängiger Bestätigung deuten Satellitenbilder auf Schäden an neun US-amerikanisch genutzten Standorten hin.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben bei koordinierten Angriffen auf Militärstützpunkte in Jordanien und Kuwait amerikanische Luftabwehrsysteme vom Typ Patriot und THAAD sowie ein Radar des C-RAM-Systems zerstört. In Verlautbarungen vom Donnerstag ist zudem von der Vernichtung eines Drohnendepots, von Hubschrauberhangars und Treibstofftanks die Rede. Eine visuelle Untersuchung der New York Times, die Satellitenaufnahmen und vor Ort aufgenommene Videos auswertete, kommt zu dem Schluss, dass in den vergangenen zwei Wochen insgesamt neun von den USA genutzte Anlagen beschädigt wurden – darunter Unterkünfte, Arbeitsbereiche und Radaranlagen. Die Zeitung spricht von Belegen für eine anhaltende iranische Präzisionsschlagfähigkeit, die den Darstellungen Washingtons über eine weitgehende Zerstörung der militärischen Infrastruktur Teherans widerspreche.
Aus Teheraner Sicht handelt es sich um Vergeltungsschläge für die anhaltenden amerikanischen Angriffe auf iranisches Territorium und die von Washington verhängte Seeblockade in der Straße von Hormus. In eigens an die Bevölkerungen Jordaniens und Kuwaits gerichteten Botschaften betont die IRGC, man respektiere die Souveränität dieser Länder, greife aber von der US-Armee besetztes Gelände an, von dem aus Angriffe auf Iran ausgingen. Washington hat die gemeldeten Schäden unter Verweis auf die operative Sicherheit bislang nicht bestätigt, räumt jedoch ein, dass bei den Attacken drei amerikanische Soldaten auf dem jordanischen Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti getötet und fast ein Dutzend weitere so schwer verletzt wurden, dass sie in ein Militärkrankenhaus nach Deutschland ausgeflogen werden mussten. Die jordanische Regierung bestreitet indes die Existenz amerikanischer Militärbasen auf ihrem Staatsgebiet und erklärte, man habe in der Nacht vier iranische Raketen und sechs Drohnen abgefangen.
Die Eskalation ist Teil eines seit dem Scheitern der Waffenruhe im Juli 2026 wieder aufgeflammten Konflikts, der Ende Februar mit einer gemeinsamen Offensive der USA und Israels gegen Iran begonnen hatte. Seither hat Teheran nach eigenen Angaben Stellungen in sieben Ländern attackiert, darunter auch in Katar, Bahrain und Saudi-Arabien. Für das deutschsprachige Publikum ist der Krieg nicht zuletzt deshalb von Belang, weil bereits in der ersten Kriegsphase eine von der Bundeswehr genutzte Einrichtung in Jordanien getroffen wurde und deutsche Soldaten in der Region stationiert sind. In Jordanien selbst verschärft der Konflikt die Kluft zwischen der proamerikanischen Führung und einer mehrheitlich palästinensischstämmigen Bevölkerung, die die US-Politik kritisch sieht, wie das Ammaner Al-Quds-Zentrum für politische Studien ausführt.
Das unter pakistanischer Vermittlung zustande gekommene Memorandum of Understanding, das einen Waffenstillstand und Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ermöglichen sollte, ist faktisch gescheitert. Die USA setzen ihre nächtlichen Luftangriffe auf Ziele in Iran fort, zuletzt in der Provinz Chusestan, während die Revolutionsgarden ankündigen, jeden Stützpunkt, von dem aus iranisches Territorium angegriffen werde, als legitimes Ziel zu betrachten. Eine unabhängige Überprüfung der Schadensmeldungen steht weiterhin aus; die Satellitenbilder der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation sind auf Wunsch des Pentagons unkenntlich gemacht worden. Mit einer Deeskalation ist vorerst nicht zu rechnen.
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Die Revolutionsgarden sprechen für den Iran und beanspruchen das rechtliche und moralische Recht, die kindermordende US-Armee zu bestrafen.
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