
Iranische Revolutionsgarden melden Raketenangriffe auf US-Stützpunkte in Bahrain und Jordanien
Die iranischen Revolutionsgarden beanspruchen Vergeltungsschläge auf US-Militärbasen in Bahrain und Jordanien; Jordanien widerspricht und spricht von erfolgreichen Abfangaktionen ohne Schäden.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag ballistische Raketen und Drohnen auf US-amerikanische Militäreinrichtungen in Bahrain und Jordanien abgefeuert. Betroffen seien das Hauptquartier der Fünften US-Flotte in al-Juffair sowie Waffendepots und Kommunikationszentren, in Jordanien der von US-Kräften genutzte Prinz-Hassan-Luftwaffenstützpunkt. Die jordanischen Streitkräfte erklärten hingegen, ihre Luftabwehr habe mehrere in den jordanischen Luftraum eingedrungene Raketen abgefangen; Trümmerteile seien niedergegangen, es habe jedoch weder Tote noch größere Schäden gegeben. Eine unabhängige Bestätigung der iranischen Darstellung liegt nicht vor.
Die Revolutionsgarden bezeichnen die Angriffe als Vergeltung für anhaltende US-Luftangriffe auf iranische Küstenstellungen und Militärzentren, die nach Darstellung Teherans trotz eines unter pakistanischer Vermittlung unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens fortgesetzt wurden. Ausdrücklich verwies das IRGC auf einen US-Angriff im Februar, der eine Schule im Süden Irans getroffen habe. Gegenüber der jordanischen Bevölkerung betonte die Führung in Teheran, man hege keine Feindseligkeit gegen das Königreich; die Angriffe richteten sich ausschließlich gegen die US-Präsenz. Aus Washingtoner Sicht handelt es sich bei den US-Operationen um eine Reaktion auf iranische Provokationen, insbesondere auf einen gescheiterten Vorstoß in der Straße von Hormus in der vorangegangenen Nacht.
Die wechselseitigen Angriffe markieren eine deutliche Ausweitung des Konflikts auf die Nachbarstaaten Irans. Nach Darstellung der Revolutionsgarden hat Teheran seine Vergeltungsdoktrin verschärft und verfolgt nun eine „Zwei-zu-eins“-Politik, wonach für jedes getroffene iranische Ziel mindestens zwei gegnerische Ziele attackiert werden. Die USA haben ihrerseits in drei aufeinanderfolgenden Nächten Luftschläge gegen militärische Infrastruktur in mehreren iranischen Provinzen geflogen. Das unter pakistanischer Vermittlung zustande gekommene Memorandum of Understanding, das einen sofortigen Waffenstillstand auf allen Fronten vorsah, ist damit faktisch gescheitert; beide Seiten machen einander für die anhaltenden Feindseligkeiten verantwortlich.
Unabhängige Quellen konnten die von der IRGC gemeldeten Zerstörungen bislang nicht bestätigen. Das US-Zentralkommando hat sich zu den jüngsten iranischen Angriffsbehauptungen nicht geäußert. Die Revolutionsgarden kündigten an, die Operation „Nasr 2“ werde fortgesetzt. In Amman wächst unterdessen der innenpolitische Druck, die US-Militärpräsenz zu beenden. Mit einer Deeskalation ist vorerst nicht zu rechnen; die nächsten Schritte dürften von der weiteren militärischen Entwicklung in der Straße von Hormus und der Reaktion Washingtons auf die gemeldeten Angriffe abhängen.
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