
Infantinos Wiederwahl: Über 200 Verbände stützen den Fifa-Präsidenten trotz Skandalen
Trotz der Kontroverse um eine aufgehobene Rote Karte und europäischer Kritik hat Gianni Infantino die formelle Unterstützung von mehr als 200 der 211 Fifa-Mitglieder für die Wahl 2027 erhalten.
Die Wiederwahl von Gianni Infantino zum Präsidenten des Weltfußballverbands Fifa ist nach derzeitigem Stand nur noch Formsache. Wie der britische Guardian berichtet, haben über 200 der 211 nationalen Mitgliedsverbände ihre Unterstützung für den Amtsinhaber schriftlich bekundet. Nur eine Handvoll Föderationen – darunter der Deutsche Fußball-Bund – hat bislang kein solches Schreiben eingereicht. Die Kandidaturfrist endet am 18. November; bis dahin ist Infantino der einzige Bewerber. Selbst die jüngste Affäre um die auf Intervention von US-Präsident Donald Trump zurückgenommene Rote Karte gegen Stürmer Folarin Balogun hat an diesem Stimmungsbild nichts geändert.
Infantino, seit 2016 im Amt, hat seine Position vor allem durch eine erhebliche Steigerung der Fifa-Einnahmen und der daraus resultierenden Ausschüttungen an die Mitgliedsverbände gefestigt. Zu Beginn seiner Amtszeit erhielt jeder Verband jährlich 250.000 Dollar; inzwischen sind es zwei Millionen Dollar. Diese Mittel fließen besonders in die Konföderationen Afrikas, Asiens und Nord- und Mittelamerikas, die geschlossen hinter Infantino stehen. Aus Sicht des Guardian benötigt der Präsident „die Unterstützung Europas nicht, um ein überwältigendes Mandat zu erhalten – und ohnehin hat der größte Teil des Kontinents seine Unterstützung bereits bestätigt“.
In Europa regt sich dennoch Widerstand. Die Uefa kritisierte die Einmischung Trumps scharf und prüft seit längerem die Aufstellung eines Gegenkandidaten. Als mögliche Namen kursieren Aleksander Čeferin und Nasser Al-Khelaifi, doch eine formelle Kandidatur ist nicht in Sicht. Der Deutsche Fußball-Bund verweigert bislang die Unterstützung, und die Süddeutsche Zeitung berichtet von wachsender Nervosität bei Infantino sowie von einem möglichen Verstoß gegen den Ethik-Kodex. Gleichwohl haben die meisten europäischen Verbände – darunter auch gewichtige – ihre Unterstützungsschreiben bereits versandt.
Die Wahl findet im März 2027 in Marokko statt. Zuvor kommen die Fifa-Mitglieder an diesem Samstag in New York zu einem Kongress zusammen, bei dem Infantino den Vorsitz führt. Im Mittelpunkt stehen die Rekordeinnahmen der laufenden Weltmeisterschaft und die finanziellen Perspektiven der Verbände. Ein politisches Erdbeben, so der Guardian, wäre nötig, um Infantino noch zu stürzen – ein Szenario, das sich derzeit nicht abzeichnet.
| Russische & GUS-Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.40 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.60 | critical |
Russland projiziert das Bild eines fest im Sattel sitzenden Infantino mit fast einhelliger Unterstützung der Weltverbände.
Betonung der überwältigenden Zahl von Unterstützern (über 200 von 211), um den Eindruck eines unangefochtenen Konsenses zu erzeugen und kritische Stimmen als isoliert darzustellen.
Lässt die wachsende europäische Opposition und die Möglichkeit eines alternativen Kandidaten wie Aleksander Čeferin aus, die in anderen Blöcken erwähnt werden.
Europa universalisiert die Unzufriedenheit und die Notwendigkeit einer Alternative und präsentiert Infantino als umstrittenen Präsidenten.
Häuft Skandale und Kritik an, um die Suche nach einem alternativen Kandidaten zu legitimieren und Dissens in organisierte Mobilisierung umzuwandeln.
Lässt die Tatsache aus, dass über 200 Verbände bereits formelle Unterstützung ausgesprochen haben, und konzentriert sich nur auf die wenigen Gegner.
Lateinamerika hält die Fakten fest, ohne Partei zu ergreifen, und berichtet über die massive Unterstützung für Infantino und die wenigen Ausnahmen.
Beschränkt sich darauf, Zahlen und Quellen (The Guardian) zu zitieren, ohne Urteile hinzuzufügen, und erzeugt so den Eindruck von Unparteilichkeit.
Lässt den wachsenden Druck europäischer Verbände und die Diskussion über einen alternativen Kandidaten aus.
Subsahara-Afrika schlägt Alarm: Infantino ist nicht mehr sicher, die europäische Opposition organisiert sich, um ihn herauszufordern.
Betonung von Wörtern wie „wachsender Druck“ und „Alternativen“, um ein Bild der Instabilität zu zeichnen, ohne die überwältigende Unterstützung für Infantino zu erwähnen.
Lässt die überwältigende Unterstützung von über 200 Verbänden aus und stellt die Situation so dar, als ob Infantino in Schwierigkeiten steckt.
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