
Handgemachte Buzz-Tassen und die Frage, was Spielen heute heißt
Ein spanischer Keramiker postet ein TikTok von verwaistem Marktstand – während Toy Story 5 auf der Leinwand mit Tablets und Verlust ringt, findet Handwerk digital sein Publikum.
Es war ein stiller Morgen auf einem spanischen Jahrmarkt, als der 70-jährige José sein Smartphone zückte. Sein Stand quoll über von handgetöpferten Tassen, jede ein akribisches Porträt der Spielzeughelden Woody und Buzz Lightyear, doch die Besucher blieben aus. Er filmte die Szenerie und unterlegte sie mit dem Satz: „Niemand kam zu meinem Stand mit handgemachten Toy-Story-Tassen“. Das Video entfachte auf TikTok eine Welle der Anteilnahme; bald darauf zeigte er in einem zweiten Clip, wie er den Ton modelliert, bemalt und brennt – und bat um 13 Sekunden Aufmerksamkeit. Tausende verweilten.
Zur selben Zeit füllte Toy Story 5 die Kinos. In der fünften Wiederkehr der animierten Spielzeugwelt wird die kleine Bonnie mit einem LilyPad-Tablet ausgestattet, das ihr endlich Anschluss an eine Mädchenclique bringt – und die geliebten Puppen und Plastikfiguren in die Ecke verbannt. Jessie, die Cowgirl-Puppe mit eigener Verlustgeschichte, versucht, gegen das Gerät anzukämpfen, ehe sie lernt, dass Technik weder Feind noch Allheilmittel sein muss. „LilyPad hat keine bösen Absichten, sie will wirklich, dass Bonnie glücklich ist“, sagte die Quebecer Synchronsprecherin Katherine Levac, die dem Tablet Stimme und Seele lieh. Und der altersschwache Toilettentrainer Rouleau Petit-Pot, den Christian Bégin einsprach, erinnert daran, dass auch alte Technik einmal Hoffnungsträger war. Die Forbes-Kritik monierte indes eine „holprige Ausführung“ und dass der Film digitale Freundschaften zu pauschal verwerfe. Doch die Grundfrage pulsiert: Was bedeutet Spielen, wenn der Bildschirm die Fantasie zu ersetzen droht?
Die Debatte hat längst die Leinwand verlassen. Steven Spielberg, der einst E.T. auf die Erde schickte, erzielte mit Disclosure Day ein Ergebnis, das Branchenbeobachter als Achtungserfolg werten – sein filmisches Nachdenken über außerirdische Enthüllungen im Zeitalter allgegenwärtiger Aufnahmegeräte. In einem Interview offenbarte er jüngst, dass sich E.T. und Elliott nach dem Wiedersehen im Wald nie wieder physisch begegneten, jedoch in Träumen verbunden blieben. Eine merkwürdige Parallele zu Toy Storys tröstlichem Gedanken, dass Zuneigung den Materieverlust überdauert. An den Kinokassen demonstriert die Zeichentrickfamilie derweil schiere Dominanz: Toy Story 5 steuert auf ein Eröffnungswochenende von bis zu 170 Millionen Dollar in Nordamerika zu, während Spielbergs Film um 63 Prozent nachgibt – zwei Publika, zwei Erzählweisen über die Rolle von Technik in unserem Fühlen.
Josés Geschichte aber schließt den Kreis. Ausgerechnet die digitale Plattform, die Kindern das geduldige Spiel mit Keramiktassen streitig macht, verlieh seinen Unikaten Sichtbarkeit. Die Kommentare unter seinen Videos hallen von dem Wunsch, eine Tasse zu kaufen – manche Nutzer boten an, extra nach Spanien zu reisen. Eine ähnliche Sehnsucht nach dem Haptischen spricht aus der Filmsequenz, in der LilyPad selbst einsieht, dass ein Tablet kein Versteckspiel im Garten ersetzen kann. Levac bringt es auf den Punkt: „Wir sind alle ein bisschen süchtig, aber es geht um Gleichgewicht.“
In einer Szene von Toy Story 5 hält Jessie einen alten, vergessenen Spielzeugvogel in der Hand, durch dessen Ritzen das Licht fällt. Es ist ein Bild, das sich mit José an der Töpferscheibe verbindet: zwei Hände, die einer Sache Form geben, während die Welt auf einen flimmernden Bildschirm starrt – und doch gerade dort für ein paar Sekunden innehält.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Coverage focuses on the box office competition between Toy Story 5 and Spielberg's Disclosure Day, questioning whether another sequel was necessary. The tone is measured but skeptical, noting that the film performed decently but fell short of expectations, especially given franchise fatigue and the thematic shift toward screen-time anxiety.
The piece presents Spielberg's Disclosure Day as an act of resistance against the era of remakes, implicitly criticizing sequels like Toy Story 5. The tone is wary and emphasizes the need to return to original storytelling, echoing cultural traditionalism.
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