
Goldman Sachs: Brent könnte bei anhaltenden Hormus-Störungen über 120 Dollar steigen
Die US-Bank warnt vor einem Preissprung im vierten Quartal, falls die Spannungen im Nahen Osten nicht nachlassen und die Ölströme aus der Golfregion beeinträchtigt bleiben.
Laut einer Analyse von Goldman Sachs vom 20. Juli könnte der Preis für die Nordseesorte Brent im vierten Quartal 2023 die Marke von 120 Dollar je Barrel überschreiten, sollten die Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus anhalten. Das Basisszenario der Bank geht hingegen von einer Deeskalation im Nahen Osten aus und sieht Brent im Schlussquartal bei durchschnittlich 80 Dollar sowie im kommenden Jahr bei 75 Dollar. Die Risiken für diese Prognose seien jedoch „nach oben geneigt“, heißt es in dem Bericht, da die Schifffahrtsstörungen in der Meerenge sowie mögliche weitere Beeinträchtigungen im Roten Meer fortbestünden.
Auslöser der Neubewertung ist die jüngste Eskalation zwischen den USA und Iran sowie die Ankündigung der Houthi-Rebellen im Jemen, eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien zu verhängen. Iran habe die Houthi zudem aufgefordert, sich auf eine Sperrung der Route durch das Rote Meer und den Bab-el-Mandeb vorzubereiten, berichteten Medien. Diese Passage ist für den Export des im Persischen Golf geförderten Öls von zentraler Bedeutung, nachdem die Straße von Hormus faktisch blockiert ist. Nach Daten von Kpler wurden im Juni täglich rund 7,4 Millionen Barrel Rohöl durch das Rote Meer transportiert, was etwa sieben Prozent der weltweiten Förderung entspricht. Die geschätzten Lieferströme aus den Golfstaaten sind bereits auf weniger als 45 Prozent des Vorkriegsniveaus gesunken.
Die unmittelbaren Folgen zeigen sich an den Terminmärkten: Brent notierte zuletzt bei rund 88 Dollar, nachdem der Preis im April im Zuge der ersten Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran kurzzeitig auf über 126 Dollar gestiegen war. John Pacey, Leiter des Beratungsunternehmens Stratas Advisors, hält einen erneuten Sprung in die Spanne von 115 bis 120 Dollar für möglich, wobei längere Schifffahrtsrouten um Afrika herum die Transport- und Versicherungskosten zusätzlich erhöhten. Auch Rystad Energy warnt vor einem sehr hohen Risiko eines deutlichen Preisauftriebs, sollte keine Waffenruhe zustande kommen. Dämpfend könnten sich dagegen die schwächeren Rohölimporte Chinas sowie eine höhere Nachfrageelastizität auswirken, so Goldman Sachs.
Für Anleger, die sich gegen anhaltende geopolitische Risiken absichern wollen, empfiehlt die Bank eine Long-Position im europäischen Diesel-Zeitspread zwischen Dezember 2026 und März 2027. Die Dieselmärkte seien bereits vor dem Konflikt angespannt gewesen, und die Ukraine setze ihre Angriffe auf russische Raffinerien fort. Zusätzliche Angebotsrisiken bestünden durch Hurrikane, extreme Sommerhitze und Wartungsverschiebungen. Die nächste Orientierungsmarke für die Ölmärkte ist der Fortgang der Vermittlungsbemühungen zwischen Washington und Teheran sowie die tatsächliche Durchsetzung der Blockadedrohungen durch die Houthi-Miliz.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | −0.30 | critical |
| Arabische Golfpresse | +0.10 | neutral |
Goldman Sachs warns that a spike above $120 is possible but not the baseline, keeping the focus on the bank’s own risk assessment.
By repeatedly stating that the $120 scenario is not the base case, the bloc frames the news as a technical possibility rather than a likely outcome, reducing alarm.
The geopolitical context of US-Iran tensions and Houthi threats is omitted, keeping the report purely financial.
Iran warns that continued tensions will drive oil prices to dangerous levels, blaming external pressures for the disruption.
By linking the price spike directly to the decline in Gulf flows and a long recovery timeline, the bloc creates a narrative of inevitable escalation unless the situation is addressed.
The fact that Goldman’s base case assumes de-escalation and much lower prices is omitted, making the alarmist scenario appear more certain.
The Gulf states acknowledge the risk but point to ongoing mediation as a reason for lower prices, signaling confidence in de-escalation.
By juxtaposing the alarmist forecast with a real-time price drop linked to diplomacy, the bloc undermines the severity of the warning and promotes a narrative of manageability.
The possibility that mediation efforts could fail and that disruptions might worsen is omitted, softening the overall message.
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