
Gerichte und Regierungen weltweit beschränken Social-Media-Zugang für Kinder
Ein US-Berufungsgericht bestätigt Ohios Gesetz zur elterlichen Zustimmung, während die Emirate ein Verbot für unter 15-Jährige verhängen und weitere Staaten ähnliche Schritte prüfen.
Ein Bundesberufungsgericht in Cincinnati hat am Donnerstag entschieden, dass der US-Bundesstaat Ohio soziale Netzwerke dazu verpflichten darf, für Nutzer unter 16 Jahren eine elterliche Einwilligung einzuholen. Die Richter des 6. Circuit Court of Appeals hoben mit 2:1-Stimmen eine einstweilige Verfügung auf und befanden, das Gesetz verletze nicht die Meinungsfreiheit des ersten Verfassungszusatzes. Die Industriegruppe NetChoice, die unter anderem Meta, TikTok und YouTube vertritt, kündigte umgehend an, weiter gegen die Regelung vorzugehen; sie sieht die Privatsphäre und verfassungsmäßige Rechte von Minderjährigen gefährdet. Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson hingegen erklärte, das Urteil gebe Eltern die nötigen Instrumente zur Aufsicht an die Hand.
Parallel dazu hat das Kabinett der Vereinigten Arabischen Emirate ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder unter 15 Jahren erlassen. Die Resolution Nr. 106 von 2026 verpflichtet Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, Facebook und X, binnen zwölf Monaten wirksame Altersverifikationssysteme einzuführen. Laut dem Beschluss sind digitale Identitäten, biometrische Verfahren und KI-gestützte Altersschätzung zugelassen; die bloße Selbstauskunft des Geburtsdatums wird nicht mehr anerkannt. Die Telekommunikations- und Digitalregulierungsbehörde (TDRA) erhält umfassende Prüfrechte. Aus Abu Dhabier Regierungskreisen wird die Maßnahme als sozialer und moralischer Schutzschild beschrieben, der das Kindeswohl über Geschäftsinteressen stellt.
Der Vorstoß reiht sich in eine wachsende internationale Bewegung ein. Australien setzt seit Dezember 2025 ein generelles Verbot für unter 16-Jährige durch, wobei die Verantwortung für die Einhaltung bei den Plattformen liegt – ein Modell, das der australische Botschafter in Beirut, Tom Wilson, als notwendigen Eingriff zum Schutz der psychischen Gesundheit junger Menschen verteidigte. In Ghana forderte die Kinderrechtsorganisation Child Rights International nach einer Studie über ungeschützte Bildschirmzeiten ein gesetzliches Mindestalter von 17 Jahren. Im Libanon brachte der Abgeordnete Tony Frangieh einen Gesetzentwurf ein, der die Nutzung für unter 14-Jährige untersagen soll; Telekommunikationsexperten verweisen dort jedoch auf die Schwierigkeit der Durchsetzung angesichts der verbreiteten Nutzung von VPN-Diensten. In der Europäischen Union bestehen mit der Datenschutz-Grundverordnung und dem britischen Online Safety Act bereits strenge Vorgaben zur Altersverifikation und zum Schutz Minderjähriger vor schädlichen Inhalten.
Die unterschiedlichen nationalen Ansätze werfen grundlegende Fragen zur technischen Umsetzbarkeit und zu den Auswirkungen auf die digitale Privatsphäre auf. Während die US-Richter in Ohio die elterliche Zustimmung als geringfügigen Eingriff in die Rede- und Verbreitungsfreiheit der Plattformen werteten, argumentiert NetChoice, die Gesetze seien verfassungswidrig vage und öffneten Tür für eine übermäßige Datenerhebung. Die emiratische Regelung versucht diesen Konflikt durch detaillierte Datenschutzauflagen und die Einbindung nationaler Identitätssysteme zu entschärfen. Die nächsten Schritte sind in mehreren Verfahren vorgezeichnet: NetChoice hat angekündigt, die Entscheidung aus Ohio weiter anzufechten; in den Emiraten läuft die einjährige Umsetzungsfrist; und im Libanon steht die parlamentarische Beratung des Entwurfs noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein US-Berufungsgericht hat entschieden, dass Ohio ein Gesetz durchsetzen darf, das die Zustimmung der Eltern für Social-Media-Nutzer unter 16 Jahren vorschreibt. Das Gericht sah keinen Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, während der Industrieverband NetChoice argumentiert, die Entscheidung gefährde die Online-Rede.
Die VAE haben den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 15 Jahren verboten und stellen dies als nationale Pflicht und Modell verantwortungsvoller Führung dar. Das Emirati Media Forum betonte, dass der Schutz der Jugend und der nationalen Erzählung eine rote Linie sei und vorausschauendes Denken die Zukunft des Landes sichere.
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