
FIFA-WM 2026: Infantinos Trump-Kooperation und der wachsende Widerstand in Europa
Während die FIFA mit der Trump-Administration Daten teilt und politische Neutralität verletzt, formiert sich in Europa Widerstand gegen Präsident Infantino – mit möglichen Gegenkandidaten für die Wahl 2027.
Die Zusammenarbeit zwischen FIFA-Präsident Gianni Infantino und der Regierung von US-Präsident Donald Trump reicht nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weit über den umstrittenen Eingriff in die Sperre des amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun hinaus. Demnach veranstaltet die FIFA gemeinsam mit der von Trump kontrollierten Organisation „Freedom 250“ eine öffentliche Fan-Zone auf der National Mall in Washington, bei der sich Besucher digital registrieren müssen. Die dabei erhobenen personenbezogenen Daten werden von der Firma Campaign Nucleus verarbeitet, die dem digitalen Wahlkampfstrategen Trumps, Brad Parscale, gehört. Aus Sicht der FIFA-Statuten, die politische Neutralität vorschreiben, werten Beobachter in Europa diesen Vorgang als eklatanten Regelverstoß. Zuvor hatte Infantino dem US-Präsidenten bereits einen eigens geschaffenen „Friedenspreis“ verliehen und eine Kooperation mit Trumps Friedensrat vereinbart.
In den europäischen Fussballverbänden wächst deshalb der Unmut. Aus dem Umfeld der Uefa verlautet, Präsident Aleksander Ceferin erwäge, für die für April 2027 angesetzte FIFA-Präsidentschaftswahl einen Gegenkandidaten zu Infantino aufzustellen. Als mögliche Kandidaten werden der Präsident von Paris Saint-Germain, Nasser Al-Khelaifi, sowie der Eigentümer von Legia Warschau, Dariusz Mioduski, genannt. Unterstützung signalisieren laut italienischen Medienberichten Verbände aus Polen, Belgien, Deutschland, Spanien und Skandinavien. Der Schweizer Strafrechtsexperte Mark Pieth, ehemaliger Vorsitzender der FIFA-Governance-Kommission, rief die Uefa im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung zu entschlossenem Widerstand auf – bis hin zu einem Austritt aus der FIFA oder kartellrechtlichen Schritten. Pieth zufolge hat Infantino das System Blatter perfektioniert; eine unabhängige Kontrolle existiere nicht mehr.
Infantino selbst setzt zur Sicherung seiner Wiederwahl offenbar auf eine Ausweitung des Teilnehmerfeldes. Wie die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos berichtet, erwägt der FIFA-Präsident, die Weltmeisterschaft von 48 auf 64 Mannschaften zu vergrößern – ein Vorstoss, der vor allem von südamerikanischen Verbänden forciert wird. Ein solcher Schritt würde die Zahl der profitierenden Nationen erhöhen und könnte Infantino insbesondere in Afrika und Südamerika zusätzliche Stimmen sichern. Der Präsident des afrikanischen Verbandes CAF, Patrice Motsepe, gilt als enger Verbündeter. Der Concacaf-Präsident Victor Montagliani strebt unterdessen seine eigene Wiederwahl an und wird nicht als ernsthafte Konkurrenz gehandelt.
Die Frist für die Einreichung von Kandidaturen endet am 16. November 2026. Bis dahin muss sich zeigen, ob die europäischen Verbände eine gemeinsame Person finden und ob die Uefa bereit ist, den Konflikt mit Infantino zu eskalieren. Das Internationale Olympische Komitee ist aufgerufen, sich mit der Datenkooperation zu befassen. Der Verfassungsrechtler Joseph Weiler, der 2016 an der FIFA-Reform mitwirkte, verglich die Selbstkontrolle des Verbandes gegenüber der spanischen Zeitung El País mit der früheren Sowjetunion und verwies auf die Möglichkeit einer Untersuchung durch die Europäische Union. Das Dossier bleibt damit in Bewegung, während die laufende Weltmeisterschaft die politischen Verwerfungen im Weltfussball offenlegt.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | −0.90 | critical |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.30 | critical |
Europa prangert die Promiskuität zwischen FIFA und Trump als Bedrohung für die Glaubwürdigkeit des Weltfußballs an und fordert einen Führungswechsel.
Es häuft Episoden politischer Einmischung und einseitiger Entscheidungen an, um eine Erzählung institutioneller Krise aufzubauen, und stellt Infantinos Wiederwahl als unmittelbare Gefahr dar.
Es lässt die Perspektive einer möglichen strukturellen Reform der FIFA-Governance aus und konzentriert sich stattdessen auf den Machtkampf und die unmittelbare Bedrohung.
Lateinamerika schreit Skandal: Infantino und Trump sind Vampire, die den Fußball aussaugen, die Weltmeisterschaft ist eine Bühne für Betrug und Autokratie.
Es verwendet starke Metaphern (Vampire, Betrug) und einen apokalyptischen Ton, um eine moralische Gleichsetzung von Sport- und politischer Korruption zu schaffen, ohne Nuancen zuzulassen.
Es lässt alle technischen oder institutionellen Details (wie FIFA-Wahlen oder Reformpläne) aus und konzentriert sich ausschließlich auf persönliche und symbolische Verurteilung.
Die arabische Welt fordert eine Reform der Sport-Governance, die Politik und Fußball trennt, um die Integrität des Spiels zu bewahren.
Sie übernimmt einen analytischen und distanzierten Register, der das Problem als ein Governance-Problem darstellt, das durch strukturelle Reformen gelöst werden muss, ohne persönliche Angriffe.
Sie lässt die Dimension des persönlichen Konflikts und des Kampfes um die FIFA-Präsidentschaft aus, erwähnt weder den Fall Balogun noch die bevorstehenden Wahlen.
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