
Drachen, Schiffe und ein „Titanic“-Vergleich: Die neue Staffel von „House of the Dragon“ setzt auf das ganz große Spektakel
Mit der „Schlacht am Gullet“ eröffnet die dritte Staffel ein maritimes Inferno, das nach vier Jahren Planung als „das verrückteste Kapitel der Fernsehgeschichte“ angekündigt wird.
Kevin de la Noy, der Produzent, der einst an James Camerons „Titanic“ mitwirkte, soll bei den Dreharbeiten zur neuen Staffel von „House of the Dragon“ einen Satz gesagt haben, der die Dimensionen verschiebt: So etwas habe er noch nie gesehen. Kein Ozeanriese gegen einen Eisberg, sondern vierzig Schiffe des Hauses Velaryon gegen neunzig der Triarchie, während über ihnen Drachen Feuer speien. Die „Schlacht am Gullet“, die am Sonntag die dritte Staffel eröffnet, ist ein maritimes Inferno, das vier Jahre Planung und einen Aufwand erforderte, der selbst Routiniers ins Staunen versetzt.
Damit schlägt die Serie einen neuen Ton an. Nach zwei Staffeln, die sich in palastartigen Intrigen und diplomatischen Manövern ergingen, tritt der Targaryen-Bürgerkrieg nun in seine heiße Phase. Showrunner Ryan Condal sprach vom „verrücktesten Kapitel der Fernsehgeschichte“. Die Darsteller um Emma D’Arcy, Matt Smith und Olivia Cooke fassen die Richtung in Worte wie „Krieg, Blut, Chaos, Tod“. Rhaenyra Targaryen, die sich als rechtmäßige Königin sieht, greift endlich selbst zur Waffe – eine Entwicklung, die D’Arcy als längst überfällig beschreibt. Die Drachen, so Condal, seien nun wie Nuklearwaffen: Ein Fehler, eine Übertreibung, und die Zivilisation könnte enden.
Der Kurswechsel ist auch eine Antwort auf die gemischte Resonanz der zweiten Staffel. Teile des Publikums und der Kritik hatten die vor zwei Jahren ausgestrahlte Fortsetzung als schleppend und richtungslos empfunden. Selbst George R. R. Martin, der Autor der Vorlage, meldete sich in einem inzwischen gelöschten Blogeintrag zu Wort und kritisierte Änderungen, die seiner Ansicht nach unlösbare Probleme für die weitere Handlung schaffen würden. Die Beziehung zu Condal kühlte ab; Martin sagte dem „Hollywood Reporter“, der Showrunner habe aufgehört, auf seine Vorschläge zu hören, während Condal gegenüber „Entertainment Weekly“ bemerkte, Martin sei nicht mehr vernünftig gewesen. Das Ensemble beteuert indes, die Spannungen hätten die Arbeit am Set nicht belastet. Matt Smith, der Daemon Targaryen spielt, räumte jedoch ein, dass er gern mehr Einfluss auf die Entwicklung seiner Figur gehabt hätte – ein Wunsch, der in einer so straff geführten Produktion kaum Platz findet.
Die globale Fangemeinde, von Lateinamerika bis in den deutschsprachigen Raum, erwartet nun eine Rückkehr zur spektakulären Gewalt, die einst „Game of Thrones“ prägte. HBO Max flankiert den Start mit einer ungewöhnlichen Preispolitik: In den USA und Mexiko werden Jahresabonnements um bis zu 40 Prozent reduziert, um Kunden langfristig zu binden und der hohen monatlichen Kündigungsrate entgegenzuwirken. Vielleicht ist es das Bild, das Condal selbst zeichnet: Drachen als nukleare Arsenale, die jede mittelalterliche Strategie in eine Kalkulation des Schreckens verwandeln. Oder es ist die Erinnerung an einen Produzenten, der nach Jahrzehnten im Geschäft vor einem Monitor sitzt und zum ersten Mal nicht an einen Eisberg denkt, sondern an ein Meer aus Feuer.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine sachliche Zusammenfassung des Targaryen-Erbfolgekriegs für alle, die vor der neuen Staffel eine kurze Auffrischung brauchen. Der Artikel schildert neutral, wo Rhaenyra am Ende von Staffel 2 steht und was als Nächstes kommt.
Nach einer als zäh und ziellos kritisierten zweiten Staffel kehrt die Serie mit einer Wende zu offenem Krieg, Tragödie und spektakulären Drachenkämpfen zurück. Die Besetzung kündigt ein Blutbad an, während HBO Max die Preise senkt, um vom Start zu profitieren.
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