
Europäische Marinemission im Golf: Paris und London bereiten Einsatz im Hormus vor
Frankreich und Großbritannien wollen binnen weniger Tage eine gemeinsame Marineoperation zur Sicherung der Schifffahrt im Persischen Golf starten – abhängig von einem bevorstehenden Abkommen zwischen Washington und Teheran.
Frankreich und Großbritannien haben sich bereit erklärt, innerhalb von zwei bis drei Tagen eine gemeinsame Marinemission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu führen. Präsident Emmanuel Macron kündigte am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian an, der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ könne unmittelbar nach Unterzeichnung eines Memorandums zwischen den Vereinigten Staaten und Iran in den Golf verlegt werden. Italien und die Niederlande hätten ihre Unterstützung zugesagt; Aufklärungsflugzeuge und eine Fregatte seien sogar schon binnen 24 Stunden einsatzbereit. Aus Londoner Sicht unterstreicht die Beteiligung das fortbestehende sicherheitspolitische Engagement Großbritanniens im Nahen Osten auch nach dem Brexit.
Die europäische Initiative ist eng mit den laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran verknüpft. Beide Seiten hatten in der Nacht zum 15. Juni eine Friedensvereinbarung bekannt gegeben; die feierliche Unterzeichnung des Memorandums ist für den 19. Juni in Genf vorgesehen. Das Abkommen sieht eine Waffenruhe vor, die auch den Libanon einschließt, sowie die schrittweise Aufhebung von Sanktionen. Aus Washingtoner Sicht ist die Wiederherstellung der freien Passage durch die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des globalen Öltransits läuft, eine zentrale Bedingung für jede Normalisierung. Macron betonte, dass die Mission nur auf ausdrücklichen Wunsch der USA, Irans und Omans aktiviert werde.
In Teheran werden die europäischen Ankündigungen mit Zurückhaltung aufgenommen. Iranische Regierungsvertreter verweisen darauf, dass der genaue Wortlaut des Memorandums noch nicht öffentlich sei und die Souveränität Irans über die Straße von Hormus unangetastet bleibe. Präsident Macron griff in seinem Fernsehinterview zudem die iranische Nuklearfrage auf: Angereicherte Uranvorräte müssten neutralisiert, verdünnt oder ausgeführt und der Kontrolle der Internationalen Atomenergiebehörde unterstellt werden. Die Forderung, dass für die Durchfahrt keinerlei Gebühren erhoben werden dürften, richtet sich gegen Spekulationen, wonach Iran künftig eine Art Transitmaut erheben könnte – ein Szenario, das aus europäischer Sicht einen Verstoß gegen internationales Seerecht darstellen würde.
Parallel zur militärischen Absicherung arbeitet die G7-Gruppe mit den Golfstaaten an alternativen Energierouten, um die Abhängigkeit vom Hormus zu verringern. Oman, das als Vermittler zwischen Iran und dem Westen fungiert, hat nach Angaben Macrons keine Einwände gegen eine internationale Präsenz in der strategischen Wasserstraße. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, deren Energieversorgung maßgeblich von stabilen Öl- und Gasmärkten abhängt, wäre eine dauerhafte Öffnung der Passage ohne neue Handelshemmnisse von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Die europäische Mission könnte zudem als Blaupause für eine stärker eigenständige Sicherheitsrolle der EU im Nahen Osten dienen – ein Gedanke, der in Paris und Brüssel seit Jahren an Gewicht gewinnt.
Ob die Operation tatsächlich binnen weniger Tage anläuft, hängt nun vom Abschluss des Genfer Memorandums ab. Sollte das Abkommen halten, stünde erstmals eine von Europäern geführte Marinekoalition im Zentrum der Golfarchitektur – ein Novum, das die transatlantische Lastenteilung neu justieren könnte. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die diplomatische Dynamik ausreicht, um aus der Ankündigung eine dauerhafte Stabilisierung der wichtigsten Ölschlagader der Weltwirtschaft zu machen.
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Die europäische Marinemission zur Sicherung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus ist bereit, innerhalb weniger Tage nach einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran entsandt zu werden, unter Führung Frankreichs und Großbritanniens. Oman signalisierte kein Veto gegen eine internationale Präsenz, während Paris darauf besteht, dass die Passage gebührenfrei bleiben muss. Die Wiedereröffnung gilt als Eckpfeiler für regionale Stabilität und die Weltwirtschaft.
Die Europäische Union ist bereit, sehr schnell – innerhalb von zwei bis drei Tagen nach einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran – eine Marinemission in der Straße von Hormus zu starten, die von Frankreich und Großbritannien angeführt und von Italien und den Niederlanden unterstützt wird. Ein vorrangiges Ziel sei es, so Präsident Macron, die Erhebung von Transitgebühren für Handelsschiffe zu verhindern. Die Ankündigung erfolgte in einem Fernsehinterview und unterstrich die Einsatzbereitschaft der europäischen Initiative.
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