
Ebola-Ausbruch im Kongo: 600 Tote, Ausbreitung auf neue Provinz
Die Zahl der Todesopfer stieg innerhalb von drei Tagen von 500 auf 600; die WHO warnt vor einer weiterhin unkontrollierten Ausbreitung der Bundibugyo-Variante.
Die Zahl der bestätigten Todesfälle durch das Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo hat 600 erreicht, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag unter Berufung auf kongolesische Gesundheitsbehörden mitteilte. Insgesamt wurden seit der offiziellen Ausrufung des Ausbruchs am 15. Mai 1.759 laborbestätigte Infektionen registriert. Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 20 Todesfälle und 51 Neuinfektionen hinzu. Die Fallsterblichkeit liegt bei 34 Prozent.
Verursacht wird der Ausbruch durch die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, für die es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische antivirale Therapie gibt. Am 2. Juli begann in der Provinzhauptstadt Bunia eine klinische Studie, die zwei potenzielle Behandlungen prüft: den monoklonalen Antikörper MBP134 und das Virostatikum Remdesivir, einzeln und in Kombination. Parallel hat die WHO eine Notfallgenehmigung für den ersten molekularen Schnelltest zum Nachweis dieser Virusvariante erteilt.
Das Epizentrum liegt in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes, doch inzwischen sind auch die Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu betroffen. Erstmals wurden zwei Verdachtsfälle in Kisangani, der Hauptstadt der Provinz Tshopo, gemeldet – einer davon ohne bekannte epidemiologische Verbindung zu den bisherigen Ausbruchsherden. Im benachbarten Uganda zählen die Behörden 20 bestätigte Fälle und zwei Todesopfer. Die WHO-Vertreterin in Kinshasa, Anne Ancia, erklärte, die Epidemie weite sich weiter aus und ihr tatsächliches Ausmaß sei noch nicht vollständig erfasst. Die Behandlungszentren arbeiteten mit rund 90 Prozent Auslastung, was den Druck auf das Gesundheitssystem erhöhe. Erschwerend kommt hinzu, dass Gesundheitspersonal in Ituri wegen ausstehender Lohnzahlungen mit Arbeitsniederlegungen droht und weite Teile der betroffenen Gebiete von bewaffneten Gruppen wie der M23-Miliz kontrolliert werden, was den Zugang für Hilfsteams einschränkt.
Die WHO hält an ihrer Einstufung als gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite fest. Der weitere Verlauf hängt maßgeblich davon ab, ob es gelingt, die klinische Studie planmäßig durchzuführen und die Gegenmaßnahmen trotz der Sicherheitslage aufrechtzuerhalten. Erste Ergebnisse der Behandlungsstudie werden als nächster belastbarer Meilenstein erwartet.
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.30 | critical |
Russland meldet die offizielle Zählung: 600 Tote, 1.759 Fälle. Die Zahlen sprechen für sich.
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