
Acht islamische Staaten verurteilen Brandanschläge auf Moscheen im besetzten Westjordanland
Die Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Ägyptens, der Türkei und weiterer Länder forderten ein Ende der Siedlergewalt und riefen die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.
In einer ungewöhnlich scharfen gemeinsamen Erklärung haben die Außenminister von acht islamisch geprägten Staaten die jüngsten Angriffe israelischer Siedler auf zwei Moscheen im besetzten Westjordanland verurteilt. Am 17. Juni 2026 hatten Siedler in den Dörfern Jiljilya und Mazar'a al-Nubani nördlich von Ramallah Feuer in der Großen Moschee und der Al-Farouq-Moschee gelegt, Gebetsräume verwüstet und hebräische Parolen an die Wände geschmiert. Die Minister der Vereinigten Arabischen Emirate, Jordaniens, der Türkei, Ägyptens, Indonesiens, Pakistans, Saudi-Arabiens und Katars bezeichneten die Taten als „eindeutigen Verstoß gegen die Heiligkeit von Gotteshäusern, das Völkerrecht und einschlägige UN-Resolutionen“. Sie machten Israel als Besatzungsmacht ausdrücklich verantwortlich und verlangten, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und Straflosigkeit zu verhindern.
Die Attacken reihen sich in eine dramatische Zunahme von Siedlergewalt ein, die seit Beginn des Gaza-Krieges 2023 zu beobachten ist. Die acht Außenminister verurteilten in ihrem Kommuniqué nicht nur die Moscheebrände, sondern auch die „fortgesetzten illegalen israelischen Maßnahmen“ in den besetzten Gebieten, die Instabilität, Extremismus und Gewalt schürten und internationale Friedensbemühungen untergrüben. Zugleich bekräftigten sie ihre unverbrüchliche Solidarität mit dem palästinensischen Volk und dessen „legitime, unveräußerliche nationale Rechte“, allen voran das Selbstbestimmungsrecht und die Errichtung eines souveränen Palästinenserstaates in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Die Erklärung stützt sich ausdrücklich auf die Zwei-Staaten-Lösung, das Völkerrecht und die Arabische Friedensinitiative.
Aus Teheran kam eine separate, noch schärfere Reaktion. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, sprach von einer Fortsetzung der „kolonialen Völkermordpolitik des zionistischen Regimes“ und beklagte das fortdauernde Schweigen der internationalen Menschenrechtsgremien. Die anhaltende Untätigkeit des UN-Sicherheitsrates ermutige das „rassistische Regime“ zu weiteren schwersten internationalen Verbrechen. Iran rief die islamischen Staaten und die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) zu praktischen Maßnahmen auf, um die Al-Aqsa-Moschee und andere heilige Stätten zu schützen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Dass Iran nicht zu den Unterzeichnern der Achter-Erklärung gehört, unterstreicht die anhaltenden geopolitischen Bruchlinien innerhalb der islamischen Welt – zwischen den sunnitischen Regionalmächten und der schiitischen Führungsmacht Iran.
Die gemeinsame Initiative der acht Staaten, zu denen sowohl Länder mit normalisierten Beziehungen zu Israel wie die Emirate als auch traditionelle Unterstützer der palästinensischen Sache wie Katar und die Türkei zählen, sendet ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft. Sie erhöht den Druck auf westliche Hauptstädte, von Washington bis Berlin, ihre rechtlichen und moralischen Verpflichtungen ernst zu nehmen und Israel zu einer Deeskalation im Westjordanland zu bewegen. Angesichts der fragilen Lage nach dem Gaza-Krieg und der ohnehin stockenden Friedensdiplomatie droht die anhaltende Siedlergewalt die Aussichten auf eine tragfähige Zwei-Staaten-Regelung weiter zu zerstören. Die Erklärung macht unmissverständlich klar, dass die beteiligten Mächte eine Fortsetzung der Straflosigkeit nicht hinnehmen werden – eine Haltung, die künftige Vermittlungsbemühungen und die Glaubwürdigkeit der regelbasierten internationalen Ordnung maßgeblich prägen dürfte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine gemeinsame Erklärung von acht arabischen und islamischen Außenministern verurteilt aufs Schärfste die eskalierende Siedlergewalt gegen Palästinenser und die Angriffe auf Moscheen im Westjordanland als eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die Heiligkeit von Gebetsstätten. Die Minister lehnen einseitige israelische Maßnahmen ab und fordern die internationale Gemeinschaft auf, diesen Übergriffen ein Ende zu setzen.
Iranische Vertreter werten die Siedlerangriffe auf Moscheen als Fortsetzung der kolonialen Völkermordpolitik des zionistischen Regimes im besetzten Palästina. Sie bedauern zutiefst das anhaltende Schweigen internationaler Menschenrechtsgremien und des UN-Sicherheitsrates, das die Gesetzlosigkeit des Regimes und die Verbrechen gegen Palästinenser und andere Nationen der Region ermutige. Die religiöse und rechtliche Pflicht islamischer Regierungen, das palästinensische Volk bis zur Selbstbestimmung und zum Stopp der Tötungsmaschinerie zu unterstützen, wird hervorgehoben.
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