
Bidens Attacke auf Trump in Maryland: Rückkehr eines geschwächten Staatsmanns
Der frühere US-Präsident griff Amtsinhaber Trump scharf an, während seine eigene Gesundheit und die Spätfolgen des Wahlkampfs 2024 die Demokraten belasten.
Zwei Jahre nach seinem desaströsen Fernsehduell gegen Donald Trump, das seinen Verzicht auf die erneute Präsidentschaftskandidatur erzwang, kehrte Joe Biden am Samstag auf eine Parteibühne zurück. Auf einer Gala der Demokratischen Partei in Maryland kritisierte Biden den amtierenden Präsidenten mit ungewöhnlicher Schärfe. Er warf Trump Korruption in einem „in der amerikanischen Geschichte beispiellosen Ausmaß“ vor und verhöhnte dessen Renovierungsprojekte in Washington als „Eitelkeitsprojekte“. Bidens Auftritt, bei dem er Trump als „Verlierer“ bezeichnete, wurde nach Abschluss seiner Rede von einem Moment der Orientierungslosigkeit überschattet: Mehrere US-Medien berichteten, der 83-Jährige habe sichtbar nach dem Ausgang suchen müssen. Der Vorgang nährte erneut die Debatte über seine kognitive Verfassung.
Aus dem Lager der Demokraten wird Bidens Vorstoß als Versuch gewertet, die eigene Basis vor den Kongresswahlen im November zu mobilisieren. Innerparteilich stößt diese Rolle allerdings auf geteilte Resonanz. Viele Parteianhänger sehen in Bidens Familie – seine Ehefrau Jill bewirbt derzeit ihre Memoiren, sein Sohn Hunter äußert sich öffentlich zur kontroversen Begnadigung durch den Vater – eine unerwünschte Wiederbelebung der Niederlage von 2024. Zugleich positionieren sich jüngere Führungsfiguren wie Gouverneur Wes Moore und Senator Chris Van Hollen für die Präsidentschaftswahl 2028, was den Wunsch nach einem Generationswechsel unterstreicht. Bidens Diagnose eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms, die Knochenmetastasen einschließt und eine fortlaufende Strahlen- und Hormontherapie erfordert, wirft zusätzliche Fragen über den langfristigen Einfluss des Altpräsidenten auf.
Das republikanische Lager und konservative Kommentatoren deuten den Auftritt als Beleg für die anhaltende Schwäche des politischen Gegners. In der Berichterstattung von Fox News wird Bidens Zeit im Weißen Haus als „bedrohliches Interregnum“ beschrieben, dessen Folgen die Demokraten bis heute lähmten. Die Szene auf der Bühne wird dort als Bestätigung einer verminderten Leistungsfähigkeit gedeutet. International registrierten vor allem Moskauer Staatsmedien den Vorfall mit Genugtuung; sie rücken Bidens vermeintliche Gebrechlichkeit in den Vordergrund. In arabischen und israelischen Medien fand Bidens Ausruf „Was für ein Verlierer!“ besondere Aufmerksamkeit, während europäische Beobachter vor allem Trumps außenpolitische Akzente – die Distanz zur NATO und die Nähe zu Wladimir Putin – hervorhoben, die Biden als „bewusste Zerstörung“ geißelte.
Jenseits der Rhetorik gewinnt der Vorfall durch ein sachpolitisches Detail an Substanz: Der von Trump mit millionenschwerem Aufwand renovierte „Reflecting Pool“ vor dem Lincoln Memorial färbte sich kurz nach der Wiederbefüllung durch eine Algenblüte giftgrün. Umweltwissenschaftler der University of Maryland machen dafür die dunkle Neugestaltung des Beckens verantwortlich, die Wärmeabsorption und Algenwachstum fördere. Für demokratische Kreise ist dies ein Symbol für die von ihnen beklagte Mischung aus Selbstinszenierung und Inkompetenz der Regierung. Offen bleibt, ob diese Zuspitzung im beginnenden Vorwahlkampf mehr Wähler mobilisiert als abschreckt. Die nächsten wesentlichen Schritte sind die parteiinternen Vorwahlen in mehreren Bundesstaaten, während die Trump-Regierung die Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der USA vorantreibt – in dem Bestreben, die Deutungshoheit über nationale Symbole zu behalten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Biden griff Trump scharf an, weil er seit seiner Rückkehr an die Macht Milliarden eingestrichen habe, und nannte dies schamlos und eine Schande für das Land. Die Rede stellte Trumps Präsidentschaft als korruptes Geldverdien-Schema dar.
Bidens scharfe Kritik an Trump wurde von seinem unbeholfenen Kampf, den Ausgang zu finden, überschattet, der Hilfe erforderte und Fragen zu seinem öffentlichen Auftreten aufwarf.
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