
Spanien schlägt Belgien spät: Merino trifft nach Courtois-Drama und Lammens-Patzer
Ein Torwartfehler in der 88. Minute sowie die verletzungsbedingte Auswechslung von Thibaut Courtois besiegeln Belgiens Aus im WM-Viertelfinale – der Keeper erwägt nun eine Pause von der Nationalelf.
Spanien hat sich in einem von einer Torhüter-Rochade geprägten Viertelfinale mit 2:1 gegen Belgien durchgesetzt und zieht in die Runde der letzten Vier ein. Fabián Ruiz brachte die Iberer in der 30. Minute in Führung, als er einen abgewehrten Ball über die Linie drückte. Belgien antwortete jedoch noch vor der Pause: Charles De Ketelaere köpfte eine Flanke von Timothy Castagne unhaltbar ein (41.) – es war der erste Gegentreffer für Spanien im gesamten Turnierverlauf. Die Partie blieb ausgeglichen, bis eine Verletzung das Geschehen kippen ließ. Thibaut Courtois, der zuvor mehrmals glänzend pariert hatte, signalisierte nach einem weiten Abschlag in der zweiten Halbzeit muskuläre Probleme im Oberschenkel. In der 71. Minute wurde der Real-Madrid-Torhüter unter Tränen ausgewechselt – für ihn kam Senne Lammens. Zwei Minuten vor dem Ende ließ der 24‑Jährige einen Distanzschuss von Pau Cubarsí nach vorne prallen, Mikel Merino staubte aus kurzer Distanz zum 2:1‑Endstand ab (88.). Wie schon im Achtelfinale gegen Portugal avancierte der eingewechselte Merino so zum späten Matchwinner für La Roja.
Die Auswechslung von Courtois wurde umgehend kontrovers diskutiert. Der Torhüter selbst erklärte, er habe weiterspielen wollen und lediglich bei langen Abschlägen Schmerzen verspürt, Trainer Rudi Garcia habe jedoch auf hundertprozentige Fitness bestanden. Aus belgischer Sicht wurde dieser Entschluss scharf kritisiert: Medien wie Sporza sprachen von einem „unglaublichen Fehler“, das Portal RTL info nannte die Maßnahme eine „Bombe“. Garcia rechtfertigte sein Handeln mit dem Grundsatz, nur vollständig einsatzfähige Spieler aufs Feld zu schicken – eine Linie, die er seit Turnierbeginn verfolge. In spanischen Blättern hingegen stand vor allem die spielentscheidende Aktion Merinos im Mittelpunkt; Marca titelte von Courtois’ „Sturz als Schlüssel zum spanischen Triumph“, Mundo Deportivo feierte den „Heiligen Merino“. Internationale Pressestimmen verwiesen auf den unglücklichen Auftritt des Ersatztorhüters, der das belgische Turnieraus besiegelte.
Für Courtois selbst könnte die Niederlage weitreichende Folgen über das Turnier hinaus haben. In der Mixed Zone deutete er an, eine einjährige Pause von der Nationalmannschaft in Betracht zu ziehen, um sich zu erholen und anschließend für die EM‑Qualifikation 2028 zurückzukehren. Sollte der belgische Verband diesem Plan nicht zustimmen, erklärte der 34‑Jährige, könnte die Partie gegen Spanien sein letztes Länderspiel gewesen sein. Courtois, der seit 2011 insgesamt 115 Mal für Belgien auflief, steht sinnbildlich für eine „goldene Generation“, die ohne Titel zu bleiben droht. Belgien bestreitet in den kommenden Monaten sechs Nations‑League‑Spiele, ehe im März 2027 die EM‑Qualifikation beginnt – ob mit oder ohne ihren langjährigen Stammkeeper, ist offen.
Spanien trifft nun im Halbfinale auf Frankreich, eine Neuauflage des EM‑Halbfinals von 2024, das La Roja mit 2:1 für sich entschied. Mit dem Sieg gegen Belgien baute die Mannschaft von Luis de la Fuente ihre Serie ohne Niederlage auf 36 Partien aus – nur noch ein Spiel fehlt zum Allzeitrekord Italiens. Für das deutsche Publikum verspricht das Duell der beiden europäischen Schwergewichte einen WM‑Höhepunkt; beide Teams hatten bereits im Vorfeld als Mitfavoriten gegolten. Während Spanien auf seinen dritten Finaleinzug nach 2010 hofft, peilt Frankreich den dritten Endspiel‑Einzug in Folge an.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | +0.30 | aligned |
Belgium crumbles under internal strife: coach Garcia is under fire for his substitution decision, while the young Lammens pays for a fatal mistake.
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