
Lukaku als Joker: Belgien entgeht der Blamage gegen Ägypten
Ein Eigentor nach 22 Sekunden rettet den favorisierten Belgiern ein 1:1 zum WM-Auftakt – Ägypten wartet weiter auf den ersten Sieg bei einer Endrunde.
Mit einem Wechsel, der binnen 22 Sekunden Wirkung zeigte, hat Romelu Lukaku Belgien vor einer empfindlichen Auftaktniederlage bewahrt. Der Stürmer von Napoli wurde in der 66. Minute eingewechselt und provozierte umgehend das Eigentor des ägyptischen Verteidigers Mohamed Hany, das den 1:1-Endstand im Seattle Stadium besiegelte. Zuvor hatte Emam Ashour die Nordafrikaner in der 19. Minute mit einem präzisen Fernschuss in Führung gebracht – vorbereitet von Mohamed Salah, der an seinem 34. Geburtstag als zentraler Spielmacher aufgeboten wurde und über weite Strecken die auffälligste Figur auf dem Platz war.
Aus europäischer Perspektive offenbarte der Auftritt der „Roten Teufel“ erhebliche Mängel. Trainer Rudi Garcia hatte auf eine falsche Neun gesetzt und Lukaku zunächst auf der Bank gelassen, was die belgische Presse bereits als taktischen Fehlgriff wertete. Ohne echten Zielspieler im Strafraum blieb das Team um Kevin De Bruyne, dessen Freistoß in der 53. Minute nur die Latte traf, über weite Strecken harmlos. Thibaut Courtois verhinderte mit mehreren Glanzparaden einen Rückstand, der durchaus höher hätte ausfallen können. In Kairo hingegen mischte sich Stolz über eine disziplinierte Leistung mit tiefer Enttäuschung: Ägypten, zum vierten Mal bei einer WM dabei, wartet weiter auf den ersten Sieg in der Geschichte des Turniers.
Für Beobachter in Teheran und Wellington gewinnt das Remis besondere Bedeutung. Der Iran und Neuseeland, die am selben Abend in Los Angeles aufeinandertrafen, sehen die Gruppe G nun als weit offen an. Ein Sieg gegen den jeweiligen Kontrahenten würde sofort die Tabellenführung bedeuten. Aus Washingtoner Sicht wiederum unterstrich der stimmungsvolle Nachmittag vor mehr als 66.000 Zuschauern bei ungewöhnlicher Hitze, dass der nordamerikanische WM-Gastgeber auch abseits der großen Zentren fußballbegeistertes Publikum mobilisieren kann.
Der Ausblick auf die kommenden Gruppenspiele verspricht Spannung. Belgien muss am 21. Juni in Los Angeles gegen den Iran antreten und steht bereits unter erheblichem Druck, will die Mannschaft von Rudi Garcia nicht wie 2022 in Katar erneut in der Vorrunde scheitern. Ägypten reist zeitgleich nach Vancouver, um gegen Neuseeland den historischen ersten WM-Sieg endlich einzufahren. Gelingt dies nicht, droht dem Team von Hossam Hassan ein weiteres Turnier ohne Erfolgserlebnis – trotz eines Salah, der auch ohne Verein nach seinem Abschied aus Liverpool nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt hat.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die indonesische Berichterstattung stellt das Duell Belgien-Ägypten als wegweisendes Auftaktspiel der Gruppe G dar und liefert Sendedaten sowie Spieleranalysen. Belgien wird aufgrund seiner Kadertiefe und der jüngsten Testspielerfolge leicht favorisiert. Der Ton ist sachlich, serviceorientiert und auf eine ausgewogene Vorberichterstattung bedacht.
Lateinamerikanische Medien betrachten das Duell Belgien-Ägypten mit Skepsis und verweisen auf Belgiens chronische Schwäche, trotz goldener Generation den Erwartungen gerecht zu werden. Obwohl Belgien als nomineller Favorit gilt, könnten Druck und frühere Enttäuschungen den Weg für ein entschlossenes Ägypten ebnen. Im Mittelpunkt steht das unerfüllte Potenzial und die Bürde der Favoritenrolle.
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