
Algen erobern Trumps „Flaggenblau“: Die Reflecting-Pool-Sanierung wird zum Millionengrab
Trotz 14-Millionen-Dollar-Renovierung und Nanoblasen-Technologie ist das Wasserbecken am Lincoln Memorial wieder grün – und die Farbe blättert bereits ab.
Das Reflecting Pool vor dem Lincoln Memorial in Washington, D.C., sollte in sattem „American Flag Blue“ erstrahlen – ein persönliches Prestigeprojekt von Präsident Donald Trump. Doch nur wenige Tage nach der Wiederbefüllung des 618 Meter langen Beckens hat sich das Wasser erneut in eine trübe, algenverseuchte Brühe verwandelt. Gleichzeitig zeigen sich an mehreren Stellen Blasen und Abplatzungen an der frisch aufgetragenen dunkelblauen Versiegelung. Die Kosten für die Sanierung, die Trump ursprünglich mit rund einer Million Dollar veranschlagt hatte, sind auf über 14 Millionen Dollar explodiert – mehr als das Siebenfache der ersten Schätzung.
Aus Washingtoner Regierungskreisen wurde der Algenbefall unterdessen zur „regionalen und nationalen Priorität“ erklärt. Eine interne E-Mail des National Park Service rief Mitarbeiter dazu auf, Überstunden zu leisten, um das Becken rechtzeitig zu den Feierlichkeiten am 4. Juli zu reinigen. Das Innenministerium verbreitete in den sozialen Medien, eine neu installierte „Nanoblasen-Technologie“ habe die Algen bereits „sehr effektiv abgetötet“ und das Wasser sei „kristallklar“ – während Parkangestellte gleichzeitig damit beschäftigt waren, Algenreste abzusaugen. Der Widerspruch zwischen offizieller Darstellung und sichtbarer Realität nährt Zweifel an der Wirksamkeit der millionenschweren Hightech-Lösung.
Europäische Beobachter sehen in dem Debakel ein Lehrstück über politisch getriebene Infrastrukturprojekte. In Deutschland, Österreich und der Schweiz setzt man bei der Restaurierung historischer Monumente auf langfristige Planung und materialwissenschaftliche Expertise – nicht auf kurzfristige Farbkosmetik. Dass ein Becken, das Martin Luther King 1963 als Kulisse für seine „I Have a Dream“-Rede diente, nun zum Symbol für Missmanagement wird, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Internationale Medienberichte zeigen zudem, dass die Algenplage kein neues Phänomen ist: Schon seit Jahren kämpft der National Park Service mit dem grünen Bewuchs, doch die von Trump angeordnete Schnellrenovierung hat das Problem offenbar verschärft.
Mit dem nahenden 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten wächst der Druck, das Reflecting Pool als würdigen Ort der nationalen Selbstvergewisserung zu präsentieren. Ob die verbliebene Zeit für eine grundlegende Lösung reicht, ist fraglich. Die wiederkehrenden Algen und die abblätternde Farbe deuten darauf hin, dass weder die Abdichtung noch die Wasseraufbereitung den Belastungen eines stehenden, der Sonne ausgesetzten Gewässers gewachsen sind. Sollte das Becken erneut zum grünen Tümpel werden, dürfte das nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein politisches Problem für die Regierung Trump werden – ein Denkmal der Hybris mitten im Herzen der amerikanischen Hauptstadt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Trumps Plan, das Reflecting Pool in 'American Flag Blue' zu färben, ist gescheitert: Algen machten das Wasser grün und die Kosten explodierten von 1,8 auf über 14 Millionen Dollar. Der Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben, doch die versprochene Technologie konnte nicht verhindern, dass das Denkmal wie ein Sumpf aussieht.
Trumps Prestigeprojekt zur Renovierung des Reflecting Pool hat Kosten von 14,7 Millionen Dollar erreicht, und die Auskleidung blättert bereits ab. Das Innenministerium verglich das Abtöten von Algen bizarr mit dem Besiegen der iranischen Marine, doch das Becken bleibt ein trübes Grün.
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