
Zwischen Krieg und Frieden: Irans umstrittenes WM-Debüt in Los Angeles
Nach monatelangen Visa-Problemen und einem Trainingslager im mexikanischen Exil trifft die iranische Nationalmannschaft am Montag auf Neuseeland – überschattet von einem gerade verkündeten Waffenstillstand und Protesten der Diaspora.
Es war ein Einstand unter denkbar widrigen Vorzeichen: Nur Stunden nach der Landung der iranischen Nationalmannschaft in Los Angeles verkündeten Washington und Teheran am Sonntag ein Friedensabkommen, das den viermonatigen Krieg beenden soll. Der von Pakistan vermittelte Deal, der am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll, sieht die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen, die Öffnung der Straße von Hormus und das Ende der amerikanischen Seeblockade vor. Für das „Team Melli“ bedeutete dies, dass die erste WM-Teilnahme auf dem Boden eines Kriegsgegners just in dem Moment begann, in dem die Waffen schwiegen – ein geopolitischer Kurzschluss, der das Turnier von Beginn an prägt.
Die Vorbereitungen der Iraner waren über Monate hinweg von Unsicherheit und logistischen Hürden gezeichnet. Nach den gemeinsamen US-amerikanisch-israelischen Luftschlägen auf Iran Ende Februar musste das ursprünglich in Arizona geplante Trainingslager kurzfristig nach Tijuana in Mexiko verlegt werden. Visa-Anträge für elf Betreuer und den somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurden abgelehnt, die Einreise der Mannschaft selbst erst unmittelbar vor dem Eröffnungsspiel gestattet. Aus Teheraner Sicht, aber auch aus der Perspektive internationaler Beobachter in Peking und Brüssel, offenbarte sich hier eine Vermengung von Sport und Sanktionspolitik, die den FIFA-Grundsätzen der Neutralität widersprach.
In Los Angeles, wo die größte iranische Diaspora außerhalb des Landes lebt und ein ganzer Stadtteil als „Tehrangeles“ firmiert, ist die Stimmung gespalten. Vor dem Stadion der LA Galaxy in Carson versammelten sich am Montag Dutzende Exil-Iraner mit vorrevolutionären Flaggen – dem Löwen mit der Sonne –, die die FIFA auf Druck Teherans hin in den Stadien verboten hat. Aus Sicht der Demonstranten, viele von ihnen nach der Islamischen Revolution 1979 emigriert, ist die Nationalmannschaft ein Instrument des Regimes, das im Januar eine blutige Niederschlagung von Protesten verantwortete. Andere in der Gemeinde wollen das Spiel dagegen als sportliches Ereignis sehen. Diese innergesellschaftliche Bruchlinie verleiht der Partie gegen Neuseeland eine zusätzliche politische Aufladung.
Kapitän Mehdi Taremi, früher bei Inter Mailand unter Vertrag, brachte die Frustration der Spieler auf den Punkt: „Diese Spannung untergräbt die Freude an der Weltmeisterschaft.“ Trainer Amir Ghalenoei bemühte sich dennoch um eine versöhnliche Botschaft und sprach von der Hoffnung, „Freude und Einheit für alle Iraner“ zu stiften. Sportlich geht es für beide Teams um den ersten Erfolg in der Gruppe G, in der auch Belgien und Ägypten warten – Iran hat noch nie die Vorrunde überstanden, Neuseeland noch nie ein WM-Spiel gewonnen. Doch über das Resultat hinaus wirft dieser Auftakt grundsätzliche Fragen auf: Für künftige Großereignisse wie die EURO 2028 in Deutschland zeigt der Fall Iran, wie schnell geopolitische Konflikte den Sport vereinnahmen können und dass die FIFA künftig robustere Mechanismen braucht, um die Integrität ihrer Turniere zu wahren.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die iranische Nationalmannschaft kommt in den USA an und repräsentiert eine große und stolze Nation, die sich ausschließlich darauf konzentriert, durch Fußball Freude und kulturelle Einheit zu bringen. Der Trainer äußert seine Freude, den Iran zu vertreten, und das Spiel wird als sportliches Ereignis dargestellt, das politische Spannungen überwindet, insbesondere nach dem Friedensabkommen.
Iranisch-amerikanische Diaspora-Gruppen planen Proteste vor dem Stadion, schwenken vorrevolutionäre Flaggen und verurteilen die gewaltsame Unterdrückung des Teheraner Regimes. Die Gemeinschaft ist tief gespalten über die Teilnahme der Mannschaft, die viele als Symbol der repressiven Regierung und nicht als sportliches Fest betrachten.
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