Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETSamstag, 20. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen40 Briefings heute
Montag, 15. Juni 2026

Zelenskyj schlug Putin Treffen am G7-Gipfel vor – Moskau reagierte mit Raketen

Während die G7-Staaten in Evian versuchen, Donald Trump von der Stärke der Ukraine zu überzeugen, scheiterte Kiews paralleler Vorstoß für direkte Friedensgespräche mit Moskau.

Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains verdichten sich die diplomatischen Manöver um den Ukraine-Konflikt. Nach Informationen von Politico planen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen, US-Präsident Donald Trump in einer eigens anberaumten zweistündigen Sitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj davon zu überzeugen, dass Kiew im Abnutzungskrieg die Oberhand behält. Ursprünglich war Selenskyjs Teilnahme nicht vorgesehen, doch die G7-Partner – allen voran Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – wollen nun die Gelegenheit nutzen, um Trump die europäischen Militär- und Finanzhilfen vor Augen zu führen und seine skeptische Haltung gegenüber der Ukraine zu verändern.

Parallel dazu unternahm Kiew einen bemerkenswerten diplomatischen Vorstoß. Selenskyj ließ über Vermittler, diplomatische Kanäle und Nachrichtendienste die Botschaft an den Kreml übermitteln, er sei zu einem direkten Gespräch mit Wladimir Putin während des Gipfels bereit. Die Präsenz Trumps und Macrons, so die ukrainische Überlegung, hätte eine einzigartige Plattform für Friedensverhandlungen geboten. Aus Moskau kam jedoch keine klare Antwort; stattdessen schlug Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow vor, Selenskyj könne nach Moskau reisen. Wenig später folgte ein russischer Raketenangriff, den Kiew als faktische Ablehnung wertete. Bereits Anfang Juni hatte Putin ein persönliches Treffen mit Selenskyj öffentlich als nicht notwendig bezeichnet.

Die Initiative der G7-Partner zielt darauf ab, die in Washington schwindende Unterstützung für die Ukraine zu festigen. Trump hat wiederholt die Höhe der amerikanischen Hilfen infrage gestellt und auf eine stärkere Lastenteilung durch die Europäer gedrängt. Macron will daher in Evian detailliert darlegen, dass die EU-Staaten – Deutschland, Frankreich und andere – mittlerweile den größeren Teil der finanziellen und militärischen Unterstützung tragen. Aus Berliner Regierungskreisen verlautete, man sehe das Treffen als Chance, die transatlantische Geschlossenheit zu demonstrieren und Trump in die gemeinsame Verantwortung einzubinden.

Für die deutschsprachigen Länder ist der Gipfel von doppelter Bedeutung. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant der Ukraine, Österreich engagiert sich humanitär, und die Schweiz agiert als Vermittlerin. Ein Scheitern der westlichen Einheitsfront würde nicht nur Kiews Position schwächen, sondern auch die Sicherheitsarchitektur Mitteleuropas gefährden. Die Episode zeigt, dass Moskau derzeit kein Interesse an einer Verhandlungslösung unter internationaler Aufsicht hat und auf eine Ermüdung des Westens setzt. Der Gipfel in Evian wird so zur Bewährungsprobe: Gelingt es, Trump in eine langfristige Strategie einzubinden, oder vertieft sich der Riss zwischen Washington und den europäischen Hauptstädten?

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

48%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Russische & GUS-PresseKontinentaleuropäische Presse
Russische & GUS-Presse
SkepsisSchadenfreude

Selenskyj schlug ein Treffen mit Putin beim G7-Gipfel vor, doch Moskau reagierte nicht. Unterdessen planen die G7-Staatschefs, Trump davon zu überzeugen, dass die Ukraine siegt, um seine Haltung zum Konflikt zu ändern. Das Schweigen des Kremls wird als Ablehnung eines vom Westen inszenierten Dialogs gewertet.

Kontinentaleuropäische Presse
DistanzPragmatismus

Die Ukraine schlug ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin am Rande des G7-Gipfels vor, an dem auch die G7-Staatschefs teilnehmen sollten, doch Moskau gab keine klare Antwort. Ein Berater des russischen Präsidenten schlug stattdessen vor, Selenskyj solle nach Moskau kommen. Der Vorschlag wurde über diplomatische und nachrichtendienstliche Kanäle übermittelt, eine Antwort blieb jedoch aus.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Vance reist zu Iran-Gesprächen in die Schweiz – Bewegung in Nuklearfrage und Libanon-Waffenruhe erhofft·Mexikos Gruppensieg bei der WM 2026: Die ungelöste Torhüterfrage um Guillermo Ochoa·Türkei scheidet torlos aus: WM-Debakel trotz Überzahl und 65 Schüssen·Ungeachtet der Waffenruhe: Anhaltende Kämpfe in Südlibanon fordern weitere Opfer·Vertrauliche Iran-USA-Gespräche im Bürgenstock fortgesetzt·Vitamin C, Sudoku und Stoffwechselhormone: Was das Gehirn im Alter schützt·Handgreiflichkeit gegen Marshal: MotoGP-Leader Bezzecchi für Grand Prix gesperrt·Trump stellt US-Maut für Strasse von Hormus in Aussicht, Iran verkündet Sperrung·Vance reist zu Iran-Gesprächen in die Schweiz – Bewegung in Nuklearfrage und Libanon-Waffenruhe erhofft·Mexikos Gruppensieg bei der WM 2026: Die ungelöste Torhüterfrage um Guillermo Ochoa·Türkei scheidet torlos aus: WM-Debakel trotz Überzahl und 65 Schüssen·Ungeachtet der Waffenruhe: Anhaltende Kämpfe in Südlibanon fordern weitere Opfer·Vertrauliche Iran-USA-Gespräche im Bürgenstock fortgesetzt·Vitamin C, Sudoku und Stoffwechselhormone: Was das Gehirn im Alter schützt·Handgreiflichkeit gegen Marshal: MotoGP-Leader Bezzecchi für Grand Prix gesperrt·Trump stellt US-Maut für Strasse von Hormus in Aussicht, Iran verkündet Sperrung·
Akt. 15:191 Sprache · 6 Quellen
6 Quellen|1 Sprache|2 Min. Lesezeit
Montag, 15. Juni 2026

Zelenskyj schlug Putin Treffen am G7-Gipfel vor – Moskau reagierte mit Raketen

Während die G7-Staaten in Evian versuchen, Donald Trump von der Stärke der Ukraine zu überzeugen, scheiterte Kiews paralleler Vorstoß für direkte Friedensgespräche mit Moskau.

Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains verdichten sich die diplomatischen Manöver um den Ukraine-Konflikt. Nach Informationen von Politico planen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen, US-Präsident Donald Trump in einer eigens anberaumten zweistündigen Sitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj davon zu überzeugen, dass Kiew im Abnutzungskrieg die Oberhand behält. Ursprünglich war Selenskyjs Teilnahme nicht vorgesehen, doch die G7-Partner – allen voran Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – wollen nun die Gelegenheit nutzen, um Trump die europäischen Militär- und Finanzhilfen vor Augen zu führen und seine skeptische Haltung gegenüber der Ukraine zu verändern.

Parallel dazu unternahm Kiew einen bemerkenswerten diplomatischen Vorstoß. Selenskyj ließ über Vermittler, diplomatische Kanäle und Nachrichtendienste die Botschaft an den Kreml übermitteln, er sei zu einem direkten Gespräch mit Wladimir Putin während des Gipfels bereit. Die Präsenz Trumps und Macrons, so die ukrainische Überlegung, hätte eine einzigartige Plattform für Friedensverhandlungen geboten. Aus Moskau kam jedoch keine klare Antwort; stattdessen schlug Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow vor, Selenskyj könne nach Moskau reisen. Wenig später folgte ein russischer Raketenangriff, den Kiew als faktische Ablehnung wertete. Bereits Anfang Juni hatte Putin ein persönliches Treffen mit Selenskyj öffentlich als nicht notwendig bezeichnet.

Die Initiative der G7-Partner zielt darauf ab, die in Washington schwindende Unterstützung für die Ukraine zu festigen. Trump hat wiederholt die Höhe der amerikanischen Hilfen infrage gestellt und auf eine stärkere Lastenteilung durch die Europäer gedrängt. Macron will daher in Evian detailliert darlegen, dass die EU-Staaten – Deutschland, Frankreich und andere – mittlerweile den größeren Teil der finanziellen und militärischen Unterstützung tragen. Aus Berliner Regierungskreisen verlautete, man sehe das Treffen als Chance, die transatlantische Geschlossenheit zu demonstrieren und Trump in die gemeinsame Verantwortung einzubinden.

Für die deutschsprachigen Länder ist der Gipfel von doppelter Bedeutung. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant der Ukraine, Österreich engagiert sich humanitär, und die Schweiz agiert als Vermittlerin. Ein Scheitern der westlichen Einheitsfront würde nicht nur Kiews Position schwächen, sondern auch die Sicherheitsarchitektur Mitteleuropas gefährden. Die Episode zeigt, dass Moskau derzeit kein Interesse an einer Verhandlungslösung unter internationaler Aufsicht hat und auf eine Ermüdung des Westens setzt. Der Gipfel in Evian wird so zur Bewährungsprobe: Gelingt es, Trump in eine langfristige Strategie einzubinden, oder vertieft sich der Riss zwischen Washington und den europäischen Hauptstädten?

Divergenz der Quellen

— · 6 Quellen · 1 Sprache

48%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral60%
Kritisch40%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Russische & GUS-PresseKontinentaleuropäische Presse
Russische & GUS-Presse
SkepsisSchadenfreude

Selenskyj schlug ein Treffen mit Putin beim G7-Gipfel vor, doch Moskau reagierte nicht. Unterdessen planen die G7-Staatschefs, Trump davon zu überzeugen, dass die Ukraine siegt, um seine Haltung zum Konflikt zu ändern. Das Schweigen des Kremls wird als Ablehnung eines vom Westen inszenierten Dialogs gewertet.

Kontinentaleuropäische Presse
DistanzPragmatismus

Die Ukraine schlug ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin am Rande des G7-Gipfels vor, an dem auch die G7-Staatschefs teilnehmen sollten, doch Moskau gab keine klare Antwort. Ein Berater des russischen Präsidenten schlug stattdessen vor, Selenskyj solle nach Moskau kommen. Der Vorschlag wurde über diplomatische und nachrichtendienstliche Kanäle übermittelt, eine Antwort blieb jedoch aus.

Diese Nachricht erschien in

6 Quellen · 1 Sprache

Verwandte Artikel

Sport

Doku fehlt Belgien gegen Iran: Atemwegsinfekt erzwingt Pause – und die Vaterschaftsdebatte schwelt weiter

10 Sprachen · 16 Quellen

Wissenschaft & Gesundheit

Fernando Gago nach Herzinfarkt in Santiago: Not-OP mit Stent – Zustand stabil

6 Sprachen · 21 Quellen

Sport

Real Madrid weist Olise-Gerüchte zurück und betont Verbundenheit mit Bayern

7 Sprachen · 11 Quellen

Mehr lesen