
Zelenskyj schlug Putin Treffen am G7-Gipfel vor – Moskau reagierte mit Raketen
Während die G7-Staaten in Evian versuchen, Donald Trump von der Stärke der Ukraine zu überzeugen, scheiterte Kiews paralleler Vorstoß für direkte Friedensgespräche mit Moskau.
Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains verdichten sich die diplomatischen Manöver um den Ukraine-Konflikt. Nach Informationen von Politico planen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen, US-Präsident Donald Trump in einer eigens anberaumten zweistündigen Sitzung mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj davon zu überzeugen, dass Kiew im Abnutzungskrieg die Oberhand behält. Ursprünglich war Selenskyjs Teilnahme nicht vorgesehen, doch die G7-Partner – allen voran Frankreichs Präsident Emmanuel Macron – wollen nun die Gelegenheit nutzen, um Trump die europäischen Militär- und Finanzhilfen vor Augen zu führen und seine skeptische Haltung gegenüber der Ukraine zu verändern.
Parallel dazu unternahm Kiew einen bemerkenswerten diplomatischen Vorstoß. Selenskyj ließ über Vermittler, diplomatische Kanäle und Nachrichtendienste die Botschaft an den Kreml übermitteln, er sei zu einem direkten Gespräch mit Wladimir Putin während des Gipfels bereit. Die Präsenz Trumps und Macrons, so die ukrainische Überlegung, hätte eine einzigartige Plattform für Friedensverhandlungen geboten. Aus Moskau kam jedoch keine klare Antwort; stattdessen schlug Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow vor, Selenskyj könne nach Moskau reisen. Wenig später folgte ein russischer Raketenangriff, den Kiew als faktische Ablehnung wertete. Bereits Anfang Juni hatte Putin ein persönliches Treffen mit Selenskyj öffentlich als nicht notwendig bezeichnet.
Die Initiative der G7-Partner zielt darauf ab, die in Washington schwindende Unterstützung für die Ukraine zu festigen. Trump hat wiederholt die Höhe der amerikanischen Hilfen infrage gestellt und auf eine stärkere Lastenteilung durch die Europäer gedrängt. Macron will daher in Evian detailliert darlegen, dass die EU-Staaten – Deutschland, Frankreich und andere – mittlerweile den größeren Teil der finanziellen und militärischen Unterstützung tragen. Aus Berliner Regierungskreisen verlautete, man sehe das Treffen als Chance, die transatlantische Geschlossenheit zu demonstrieren und Trump in die gemeinsame Verantwortung einzubinden.
Für die deutschsprachigen Länder ist der Gipfel von doppelter Bedeutung. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant der Ukraine, Österreich engagiert sich humanitär, und die Schweiz agiert als Vermittlerin. Ein Scheitern der westlichen Einheitsfront würde nicht nur Kiews Position schwächen, sondern auch die Sicherheitsarchitektur Mitteleuropas gefährden. Die Episode zeigt, dass Moskau derzeit kein Interesse an einer Verhandlungslösung unter internationaler Aufsicht hat und auf eine Ermüdung des Westens setzt. Der Gipfel in Evian wird so zur Bewährungsprobe: Gelingt es, Trump in eine langfristige Strategie einzubinden, oder vertieft sich der Riss zwischen Washington und den europäischen Hauptstädten?
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Selenskyj schlug ein Treffen mit Putin beim G7-Gipfel vor, doch Moskau reagierte nicht. Unterdessen planen die G7-Staatschefs, Trump davon zu überzeugen, dass die Ukraine siegt, um seine Haltung zum Konflikt zu ändern. Das Schweigen des Kremls wird als Ablehnung eines vom Westen inszenierten Dialogs gewertet.
Die Ukraine schlug ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin am Rande des G7-Gipfels vor, an dem auch die G7-Staatschefs teilnehmen sollten, doch Moskau gab keine klare Antwort. Ein Berater des russischen Präsidenten schlug stattdessen vor, Selenskyj solle nach Moskau kommen. Der Vorschlag wurde über diplomatische und nachrichtendienstliche Kanäle übermittelt, eine Antwort blieb jedoch aus.
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