
Wenn die letzte Zuflucht schließt: Eine Million Frauen verlieren humanitären Schutz
Ein neuer UN-Bericht dokumentiert, wie der drastische Rückgang internationaler Hilfsgelder Frauenorganisationen in Krisengebieten lähmt – mit unmittelbaren Folgen für Überlebende von Gewalt.
Eine Frau, die vor Gewalt flieht, steht vor der Tür eines geschlossenen Frauenhauses. Eine Schwangere muss stundenlang zu einer Gesundheitsstation laufen. Einer Mutter wird die Essensration für ihre Kinder verweigert. Es sind solche Szenen, die der neue Bericht von UN Women in konkrete Bilder fasst, um das Ausmaß einer schleichenden humanitären Katastrophe zu beschreiben. Die Organisation befragte 855 frauengeführte und frauenrechtliche Gruppen in 52 von Krisen und Konflikten betroffenen Ländern. Das Ergebnis: Seit Januar 2025 haben mindestens eine Million Frauen und Mädchen den Zugang zu lebensrettender Unterstützung verloren.
Der Einbruch der Hilfsgelder fällt in eine Zeit, in der die Not historische Ausmaße erreicht hat. Weltweit benötigen rund 120 Millionen Frauen und Mädchen humanitäre Hilfe und Schutz, und 84 Prozent der befragten Organisationen melden eine steigende Nachfrage nach ihren Diensten. Doch neun von zehn können den Bedarf nicht mehr decken. Aus Washingtoner Sicht ist die Kürzung der Mittel Teil einer Neuausrichtung: Die Regierung unter Donald Trump strich in diesem Jahr Milliarden aus dem Budget für auswärtige Hilfe, und auch andere große Geberländer reduzierten ihre Zusagen angesichts fiskalischer Zwänge und steigender Verteidigungsausgaben. Die Vereinigten Staaten waren zuvor der weltweit größte Geldgeber. Sofia Calltorp, Leiterin der humanitären Aktion bei UN Women, bringt die Logik dieser Einsparungen auf eine einfache Formel: „Jeder Dollar, der den Frauenorganisationen entzogen wird, ist ein Dollar, der den Überlebenden konfliktbezogener sexueller Gewalt, den vertriebenen Müttern, den von der Schule ausgeschlossenen Mädchen und den ums Überleben kämpfenden Gemeinschaften entzogen wird.“
Die Folgen sind in den Zahlen des Berichts ablesbar. Die Hälfte der Organisationen hat Wartelisten eingeführt oder weist Frauen und Mädchen ab. 65 Prozent der frauengeführten Gruppen geben an, dass Mitarbeiterinnen ohne Bezahlung weiterarbeiten, um die Dienste aufrechtzuerhalten. Fast die Hälfte berichtet von zunehmender Erschöpfung ihrer Teams, während 88 Prozent eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit der betreuten Frauen und Mädchen beobachten. In den Gemeinschaften selbst steigt die Gewalt: 86 Prozent der Organisationen verzeichnen mehr geschlechtsspezifische Gewalt, und 62 Prozent melden, dass sichere Räume für Frauen nicht mehr verfügbar oder drastisch reduziert sind. Die konfliktbezogene sexuelle Gewalt hat sich 2025 verdoppelt – just in dem Moment, in dem die Schutzsysteme kollabieren.
Der Rückzug der Geldgeber trifft auf eine ohnehin angespannte Finanzlage in vielen betroffenen Ländern. Wie die UNESCO in einem parallelen Bericht feststellt, gaben im vergangenen Jahr 113 Entwicklungsländer mehr für den Schuldendienst aus als für Bildung. In Subsahara-Afrika lag das Verhältnis bei 3,6 zu 1. Die kombinierten Effekte von Hilfskürzungen und der Umleitung öffentlicher Mittel in die Schuldentilgung führen dazu, dass Schulen nicht mehr ausreichend finanziert werden und Lehrkräfte unbezahlt bleiben. Vor diesem Hintergrund warnt UN Women, dass der Abbau der Frauenorganisationen kein isoliertes Phänomen ist, sondern Teil eines globalen Rückschlags gegen die Rechte von Frauen und Mädchen. Jede fünfte Organisation hat bereits die Arbeit zur Förderung weiblicher Führung und Geschlechtergerechtigkeit eingestellt.
Zwei von fünf der befragten Organisationen rechnen damit, innerhalb des nächsten Jahres vorübergehend oder dauerhaft schließen zu müssen. In Ländern wie Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo und Haiti, wo internationale Akteure oft keinen Zugang haben, sind es diese lokalen Gruppen, die als letzte Instanz bleiben – und die nun zu verschwinden drohen. Das Bild, das der Bericht hinterlässt, ist das einer Frau, die an einer verschlossenen Tür umkehrt, ohne zu wissen, wohin.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.80 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.20 | neutral |
The UN Women report denounces US cuts as the main cause of the humanitarian crisis, accusing the Trump administration of sacrificing women for military spending.
It selects and foregrounds the role of the United States, omitting the context of cuts from other donors, to create a clear political target.
It does not mention that cuts come from multiple donor countries, not just the US.
The numbers speak for themselves: staff at women's organizations work without pay and burnout is widespread, but no culprit is sought.
It reduces political complexity to operational indicators, focusing on internal consequences rather than causes.
It omits the context of US cuts and rising conflicts, focusing only on immediate staff effects.
The humanitarian crisis directly affects women and organizations: survival is at risk, and the context of armed conflicts worsens the situation.
It uses the language of survival and imminent closure to create empathy and urgency, without assigning specific blame.
It does not mention the role of the US or other donors in the cuts, maintaining a general tone.
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