Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETMontag, 15. Juni 2026
285 Quellen · 16 Sprachen63 Briefings heute
GeopolitikMontag, 15. Juni 2026

Trump sieht nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj Raum für Ukraine-Lösung

Der US-Präsident äußert sich optimistisch, Kiew schlägt ein Dreiertreffen in den Vereinigten Staaten vor, um Moskau diplomatisch unter Druck zu setzen.

Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains hat US-Präsident Donald Trump am Montag eine neue diplomatische Initiative im Ukraine-Krieg angedeutet. Nach eigenen Angaben telefonierte er am Sonntag sowohl mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als auch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Vor seinem bilateralen Gespräch mit dem französischen Gastgeber Emmanuel Macron zeigte sich Trump ungewohnt zuversichtlich: „Vielleicht können wir dort etwas erreichen, ich glaube wirklich daran. Beide scheinen offen dafür zu sein.“ Mit Blick auf die monatlich rund 25.000 Toten, überwiegend Soldaten, betonte er, dass dieses Sterben nicht weitergehen dürfe. Die Äußerungen fielen an einem Gipfeltag, der zunächst von der Einigung zwischen Washington und Teheran im Atomstreit beherrscht wurde, nun aber den Fokus wieder auf den Krieg in der Mitte Europas lenkte.

Wenige Stunden später konkretisierte Selenskyj in einer Videoansprache den Vorstoß. Demnach habe er Trump vorgeschlagen, ein Dreiertreffen mit Putin in den Vereinigten Staaten zu organisieren – ein Format, das es dem Kreml „erheblich schwerer machen würde, abzulehnen, zumindest gegenüber Präsident Trump“. Zuvor, so der ukrainische Präsident, sei bereits mit den USA und Frankreich die Möglichkeit erörtert worden, Putin zum G7-Gipfel nach Évian einzuladen. Moskau habe dies jedoch abgelehnt. Der neue Vorschlag zielt offenkundig darauf ab, den russischen Präsidenten in eine Situation zu bringen, in der eine Verweigerung direkter Gespräche als Affront gegenüber Washington gewertet würde und damit den Druck auf den Kreml erhöht.

Aus europäischer Perspektive ist der Vorstoß ein weiterer Versuch, die festgefahrene Lage zu lösen. Frankreichs Präsident Macron, der als Gastgeber des G7 traditionell eine Vermittlerrolle beansprucht, hatte bereits früher Gesprächskanäle mit Moskau offen gehalten. In Berlin und anderen Hauptstädten wird die Initiative mit vorsichtigem Interesse verfolgt, da eine Deeskalation unmittelbare Auswirkungen auf Energiemärkte, Fluchtbewegungen und die Sicherheitsarchitektur des Kontinents hätte. Washingtoner Beobachter verweisen darauf, dass Trump nach der Iran-Vereinbarung nun Kapazitäten für einen zweiten großen Konflikt freisetzen will. Moskau hingegen hat sich bislang nicht offiziell zu dem US-Treffen geäußert, doch die wiederholte Ablehnung von Gipfelbegegnungen deutet auf anhaltende Vorbehalte hin.

Sollte Putin auch die Einladung in die USA ausschlagen, wären nach Selenskyjs Worten „weitere Druckmittel“ erforderlich – eine Formulierung, die auf verschärfte Sanktionen oder zusätzliche Militärhilfe hindeuten könnte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trumps persönlicher Stil, der auf direkte Führungsgespräche setzt, Bewegung in den seit über vier Jahren andauernden Krieg bringt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bleibt die Entwicklung von hoher Bedeutung, nicht nur wegen der geopolitischen Nähe, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Verflechtungen und der humanitären Last. Die Hoffnung auf eine Waffenruhe ist so greifbar wie lange nicht, doch die Skepsis gegenüber Moskaus Verhandlungsbereitschaft bleibt groß.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

0%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa del Golfo arabo
Stampa europea continentale/ mediterranea
scetticismopragmatismo

Trump erklärte, Putin und Selenskyj seien offen für eine Einigung, doch Selenskyj betonte Putins frühere Ablehnungen und schlug ein Gipfeltreffen in den USA vor, um eine erneute Absage zu erschweren. Trumps Optimismus wird mit Vorsicht aufgenommen, während an die monatlich 25.000 getöteten Soldaten erinnert wird.

Stampa del Golfo arabo
distaccopragmatismo

Selenskyj bot während eines Telefonats mit Trump an, Putin in den USA zu treffen, mit der Begründung, ein amerikanischer Ort würde es Putin schwerer machen, abzulehnen. Trump berichtete von positiven Gesprächen mit beiden Führern.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Klopp entschuldigt sich bei Nagelsmann für „Noch“-Kommentar: „Ich bin immer noch ein Idiot“·Zwischen Krieg und Frieden: Irans umstrittenes WM-Debüt in Los Angeles·Bonnie Tyler aus künstlichem Koma erwacht – Genesung verläuft langsam·Digitale Diplomatie: USA und Iran einigen sich auf elektronisches Memorandum zur Deeskalation·Netanyahu strebt Wiederwahl an und erklärt nukleare Bedrohung durch Iran für gebannt·Mexikos Bildungsstipendien und Brasiliens Bolsa Família: Zahlungsbeginn im Juni 2026·Zwischen Energiewende und Geldnot: Wie neue Technologien und alte Tugenden den Alltag prägen·Trump sieht nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj Raum für Ukraine-Lösung·Klopp entschuldigt sich bei Nagelsmann für „Noch“-Kommentar: „Ich bin immer noch ein Idiot“·Zwischen Krieg und Frieden: Irans umstrittenes WM-Debüt in Los Angeles·Bonnie Tyler aus künstlichem Koma erwacht – Genesung verläuft langsam·Digitale Diplomatie: USA und Iran einigen sich auf elektronisches Memorandum zur Deeskalation·Netanyahu strebt Wiederwahl an und erklärt nukleare Bedrohung durch Iran für gebannt·Mexikos Bildungsstipendien und Brasiliens Bolsa Família: Zahlungsbeginn im Juni 2026·Zwischen Energiewende und Geldnot: Wie neue Technologien und alte Tugenden den Alltag prägen·Trump sieht nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj Raum für Ukraine-Lösung·
Akt. 20:584 Sprachen · 9 Quellen
9 Quellen|4 Sprachen|3 Min. Lesezeit
Montag, 15. Juni 2026

Trump sieht nach Gesprächen mit Putin und Selenskyj Raum für Ukraine-Lösung

Der US-Präsident äußert sich optimistisch, Kiew schlägt ein Dreiertreffen in den Vereinigten Staaten vor, um Moskau diplomatisch unter Druck zu setzen.

Am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian-les-Bains hat US-Präsident Donald Trump am Montag eine neue diplomatische Initiative im Ukraine-Krieg angedeutet. Nach eigenen Angaben telefonierte er am Sonntag sowohl mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als auch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Vor seinem bilateralen Gespräch mit dem französischen Gastgeber Emmanuel Macron zeigte sich Trump ungewohnt zuversichtlich: „Vielleicht können wir dort etwas erreichen, ich glaube wirklich daran. Beide scheinen offen dafür zu sein.“ Mit Blick auf die monatlich rund 25.000 Toten, überwiegend Soldaten, betonte er, dass dieses Sterben nicht weitergehen dürfe. Die Äußerungen fielen an einem Gipfeltag, der zunächst von der Einigung zwischen Washington und Teheran im Atomstreit beherrscht wurde, nun aber den Fokus wieder auf den Krieg in der Mitte Europas lenkte.

Wenige Stunden später konkretisierte Selenskyj in einer Videoansprache den Vorstoß. Demnach habe er Trump vorgeschlagen, ein Dreiertreffen mit Putin in den Vereinigten Staaten zu organisieren – ein Format, das es dem Kreml „erheblich schwerer machen würde, abzulehnen, zumindest gegenüber Präsident Trump“. Zuvor, so der ukrainische Präsident, sei bereits mit den USA und Frankreich die Möglichkeit erörtert worden, Putin zum G7-Gipfel nach Évian einzuladen. Moskau habe dies jedoch abgelehnt. Der neue Vorschlag zielt offenkundig darauf ab, den russischen Präsidenten in eine Situation zu bringen, in der eine Verweigerung direkter Gespräche als Affront gegenüber Washington gewertet würde und damit den Druck auf den Kreml erhöht.

Aus europäischer Perspektive ist der Vorstoß ein weiterer Versuch, die festgefahrene Lage zu lösen. Frankreichs Präsident Macron, der als Gastgeber des G7 traditionell eine Vermittlerrolle beansprucht, hatte bereits früher Gesprächskanäle mit Moskau offen gehalten. In Berlin und anderen Hauptstädten wird die Initiative mit vorsichtigem Interesse verfolgt, da eine Deeskalation unmittelbare Auswirkungen auf Energiemärkte, Fluchtbewegungen und die Sicherheitsarchitektur des Kontinents hätte. Washingtoner Beobachter verweisen darauf, dass Trump nach der Iran-Vereinbarung nun Kapazitäten für einen zweiten großen Konflikt freisetzen will. Moskau hingegen hat sich bislang nicht offiziell zu dem US-Treffen geäußert, doch die wiederholte Ablehnung von Gipfelbegegnungen deutet auf anhaltende Vorbehalte hin.

Sollte Putin auch die Einladung in die USA ausschlagen, wären nach Selenskyjs Worten „weitere Druckmittel“ erforderlich – eine Formulierung, die auf verschärfte Sanktionen oder zusätzliche Militärhilfe hindeuten könnte. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trumps persönlicher Stil, der auf direkte Führungsgespräche setzt, Bewegung in den seit über vier Jahren andauernden Krieg bringt. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bleibt die Entwicklung von hoher Bedeutung, nicht nur wegen der geopolitischen Nähe, sondern auch wegen der wirtschaftlichen Verflechtungen und der humanitären Last. Die Hoffnung auf eine Waffenruhe ist so greifbar wie lange nicht, doch die Skepsis gegenüber Moskaus Verhandlungsbereitschaft bleibt groß.

Divergenz der Quellen

Geopolitik · 9 Quellen · 4 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral100%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa europea continentaleStampa del Golfo arabo
Stampa europea continentale/ mediterranea
scetticismopragmatismo

Trump erklärte, Putin und Selenskyj seien offen für eine Einigung, doch Selenskyj betonte Putins frühere Ablehnungen und schlug ein Gipfeltreffen in den USA vor, um eine erneute Absage zu erschweren. Trumps Optimismus wird mit Vorsicht aufgenommen, während an die monatlich 25.000 getöteten Soldaten erinnert wird.

Stampa del Golfo arabo
distaccopragmatismo

Selenskyj bot während eines Telefonats mit Trump an, Putin in den USA zu treffen, mit der Begründung, ein amerikanischer Ort würde es Putin schwerer machen, abzulehnen. Trump berichtete von positiven Gesprächen mit beiden Führern.

Diese Nachricht erschien in

9 Quellen · 4 Sprachen

Verwandte Artikel

Sport

Spaniens WM-Fehlstart: Ein 40-jähriger Torhüter und eine Inselgruppe schreiben Geschichte

9 Sprachen · 67 Quellen

Geopolitik

B-52-Bomber der US-Luftwaffe kurz nach Start in Kalifornien abgestürzt

9 Sprachen · 46 Quellen

Gesellschaft

Helikopter-Kollision über Rio: Oliver Tree und Youtuber Gaspi unter sechs Toten

10 Sprachen · 40 Quellen

Mehr lesen