
Drei Tote binnen einer Woche bei ICE-Kontrollen – Washington setzt Fahrzeugstopps fort
Nach tödlichen Schüssen auf einen Mexikaner und einen Kolumbianer sowie einem weiteren Todesfall in Florida hat die US-Regierung eine kurzzeitige Aussetzung der Verkehrskontrollen durch die Einwanderungsbehörde wieder aufgehoben.
Innerhalb von sieben Tagen sind in den Vereinigten Staaten drei Menschen bei Einsätzen der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE ums Leben gekommen. Am 7. Juli wurde der 52-jährige Mexikaner Lorenzo Salgado Araujo in Houston, Texas, von einem ICE-Beamten erschossen, als er mit drei Arbeitskollegen in einem Lieferwagen unterwegs war. Am 13. Juli starb der 26-jährige Kolumbianer Joan Sebastián Durán Guerrero durch Schüsse eines Beamten in Biddeford, Maine. Einen Tag später erlag ein 28-jähriger Mexikaner in St. Augustine, Florida, seinen Verletzungen, nachdem er zu Fuß vor einer Kontrolle geflohen und von einem Lastwagen erfasst worden war. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums (DHS) war keiner der Getöteten das eigentliche Ziel der jeweiligen Operation.
Die offiziellen Darstellungen der Vorfälle werden von Zeugen und Angehörigen bestritten. Das DHS erklärte, Salgado Araujo habe ein Einsatzfahrzeug gerammt und versucht, einen Beamten zu überfahren, woraufhin dieser in Selbstverteidigung geschossen habe. Die drei Insassen des Wagens, darunter ein Bruder des Verstorbenen, widersprechen dieser Version und geben an, es habe sich kein Beamter vor dem Fahrzeug befunden. Im Fall Durán Guerrero räumte die Behörde ein, dass der Kolumbianer nicht die gesuchte Person gewesen sei. Der zuständige Senator von Maine, Angus King, bestätigte, dass die beteiligten Beamten keine Körperkameras trugen. Die Bundespolizei FBI durchsuchte unterdessen den Lieferwagen von Salgado Araujo nach Drogen; ein Anwalt der Familie erklärte, bei der sichergestellten Substanz handele es sich um eine selbstgemachte Elektrolytmischung aus Salz, die Bauarbeiter bei extremer Hitze nutzen.
Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, wegen des Todes von insgesamt 18 mexikanischen Staatsangehörigen in ICE-Gewahrsam oder bei Einsätzen Strafanzeigen beim US-Justizministerium und bei Staatsanwaltschaften einzureichen. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro forderte eine formelle Anklage gegen den Schützen in Maine. Die ICE-Führung ordnete am 14. Juli eine vorübergehende Aussetzung der meisten Fahrzeugkontrollen an, um die Ausbildung zu überprüfen. Präsident Donald Trump hob diese Anordnung am 15. Juli per Truth Social wieder auf und bezeichnete Verkehrskontrollen als unverzichtbares Instrument. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte, die Kontrollen würden fortgesetzt, und kündigte an, dass alle Außenstellen innerhalb von 60 Tagen mit Körperkameras ausgestattet sein sollen.
Die texanischen Rangers wurden von Gouverneur Greg Abbott mit einer unabhängigen Untersuchung des Vorfalls in Houston beauftragt. Die Generalstaatsanwaltschaft von Maine und die Bundespolizei ermitteln ebenfalls. Die genauen Umstände aller drei Todesfälle sind weiterhin Gegenstand laufender Verfahren.
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Mexiko und Kolumbien fordern Gerechtigkeit für ihre getöteten Bürger und bringen den Fall vor das US-Justizministerium und die staatlichen Gerichte.
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