
Mancini kehrt als italienischer Nationaltrainer zurück – Chaos um Pirlo und Maldinis Rücktritt
Nach dem Veto gegen Andrea Pirlo wegen dessen Verbindungen zu einem russischen Wettanbieter und dem Rücktritt Paolo Maldinis setzt der italienische Verband auf den früheren Europameister-Trainer Roberto Mancini.
Roberto Mancini ist zum zweiten Mal zum Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft ernannt worden. Der Präsident des italienischen Fußballverbandes (FIGC), Giovanni Malagò, gab die Entscheidung am Dienstag in Rom bekannt und beendete damit eine siebzehntägige Führungskrise. Gleichzeitig wurde Claudio Ranieri als neuer Technischer Direktor vorgestellt; er tritt die Nachfolge von Paolo Maldini an, der nach nur sechzehn Tagen im Amt zurückgetreten war. Die offizielle Vorstellung beider ist für Mittwoch angesetzt.
Auslöser der Turbulenzen war die gescheiterte Berufung Andrea Pirlos. Der Weltmeister von 2006 galt als Wunschkandidat Maldinis und seines Beraters Leonardo, doch Malagò legte sein Veto ein. In italienischen Medien wird übereinstimmend berichtet, dass Pirlos Rolle als Markenbotschafter des russischen Wettanbieters Fonbet den Ausschlag gab. Russische Quellen heben hervor, dass der Vertrag mit Fonbet bereits zuvor für diplomatische Verstimmungen gesorgt hatte. Nach dem Veto zog Pirlo seine Kandidatur zurück, woraufhin Maldini und Leonardo in der Nacht zum Dienstag ihre Ämter niederlegten. Beobachter in der arabischen Welt verfolgen die Vorgänge mit besonderem Interesse, da Mancini zuletzt die saudi-arabische Nationalelf und den katarischen Klub Al-Sadd trainierte.
Mancini hatte die Squadra Azzurra bereits von 2018 bis 2023 betreut und sie 2021 zum Europameistertitel geführt. Seine Amtszeit war jedoch auch von der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 überschattet, als Italien in der Nachspielzeit an Nordmazedonien scheiterte. Im August 2023 verließ er den Verband überraschend, um ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien anzunehmen – ein Schritt, der in der italienischen Öffentlichkeit als illoyal empfunden wurde. Englischsprachige Kommentatoren verweisen auf die 37 Spiele währende Ungeschlagenheit unter Mancini, die mit dem EM-Triumph gekrönt wurde, aber auch auf das Fehlen bei drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften.
Die Aufgabe, vor der Mancini nun steht, ist gewaltig. Italien hat sich zuletzt weder für die Turniere 2018, 2022 noch 2026 qualifizieren können. Der neue Technische Direktor Ranieri, der 2016 mit Leicester City die englische Meisterschaft gewann, soll die strukturelle Neuausrichtung vorantreiben. Aus deutscher Perspektive ist die Entwicklung im Nachbarland von Belang, da Italien in der Nations League auf Belgien, die Türkei und Frankreich trifft. Die erste Partie ist für den 25. September gegen Belgien angesetzt.
Malagò räumte ein, dass dem neuen Trainer nur zwei Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf das erste Spiel bleiben. Die begrenzte Zeit und die tiefe Verunsicherung im italienischen Fußball machen die Rückkehr Mancinis zu einem riskanten Unterfangen. Der 61-Jährige selbst hat sich für seinen abrupten Abgang vor drei Jahren entschuldigt. Ob diese Geste ausreicht, um die zerrüttete Beziehung zu Teilen der Anhängerschaft zu kitten, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Russische & GUS-Presse | 0.00 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.20 | neutral |
Die chaotische Trainersuche des italienischen Verbands offenbart Inkompetenz; Mancinis Rückkehr ist ein verzweifelter Schritt, der die tieferen Probleme nicht überdecken kann.
Indem die Pirlo-Kontroverse und Maldinis Rücktritt hervorgehoben werden, erzeugt die Erzählung den Eindruck eines institutionellen Versagens.
Der Euro-2020-Triumph unter Mancini wird heruntergespielt, was sonst nahelegen würde, dass die Entscheidung des Verbands vernünftig ist.
Mancini, der Euro-2020-Sieger, kehrt zurück, um Italien zu führen; die Ablehnung von Pirlo wegen seiner russischen Verbindungen ist eine normale Verwaltungsentscheidung.
Indem die Ablehnung von Pirlo als Routineangelegenheit dargestellt wird und der Fokus auf Mancinis vergangenem Erfolg liegt, normalisiert die Erzählung die Situation und vermeidet einen Skandal.
Die Tatsache, dass Italien drei aufeinanderfolgende Weltmeisterschaften verpasst hat, was auf eine tiefe Krise hindeutet, wird kaum erwähnt, was die Erzählung einer reibungslosen Rückkehr untergraben würde.
Italien steckt in einer tiefen Krise, nachdem es drei Weltmeisterschaften verpasst hat; Mancinis Rückkehr ist ein verzweifelter, aber hoffnungsvoller Schritt, um die Nationalmannschaft zu retten.
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Die Trainersuche war chaotisch, aber Mancinis Rückkehr ist das bestmögliche Ergebnis angesichts seines Erfolgs bei der Euro 2020.
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