
Iran-Delegation in die Schweiz gereist, um USA zur Einhaltung der Waffenruhe zu drängen
Nach der Unterzeichnung eines Grundsatzabkommens verlangt Teheran konkrete Schritte Washingtons – vor allem ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon.
Eine iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi ist am Samstag in die Schweiz aufgebrochen, um mit Vertretern der Vereinigten Staaten über die Umsetzung des jüngst unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens zu verhandeln. Aus dem pakistanischen Außenministerium verlautete, die Gespräche sollten am Sonntag im Bürgenstock stattfinden; Vermittler aus Pakistan und Katar würden ebenfalls teilnehmen. Auf amerikanischer Seite halten sich bereits der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, in der Schweiz auf. Vizepräsident J.D. Vance schloss eine eigene Anreise nicht aus. Das Treffen war ursprünglich für den 19. Juni vorgesehen, wurde jedoch verschoben, nachdem Israel – das kein Unterzeichner des Abkommens ist – seine Luftangriffe im Südlibanon fortgesetzt hatte.
Aus Teheraner Sicht steht bei den Gesprächen die Überwachung der amerikanischen Verpflichtungen im Vordergrund. „Die andere Seite muss die notwendigen Maßnahmen so bald wie möglich ergreifen. Andernfalls gerät die gesamte Vereinbarung in Gefahr“, erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei. Die iranische Führung besteht auf einer vollständigen Feuereinstellung im Libanon und macht die USA für die Einhaltung der von Israel zugesagten Waffenruhe verantwortlich. Zudem erwartet Iran laut früheren Verlautbarungen eine dauerhafte Aufhebung der Sanktionen sowie die Anerkennung seiner Urananreicherung zu friedlichen Zwecken. Die Delegation, die den Namen „Minab 168“ trägt und unter anderem den Zentralbankchef und den Vize-Ölminister umfasst, soll in Bürgenstock detaillierte Auskunft über den geplanten amerikanischen Fahrplan fordern.
Washington bewertet die Lage aus einer anderen Perspektive. US-Vizepräsident Vance betonte in einem Interview mit Fox News, die technischen Gespräche dienten dazu, die Vereinbarung „wieder auf Kurs zu bringen“. Die Regierung Trump sieht in dem Memorandum vom 17. Juni einen Erfolg, der einen Waffenstillstand an allen Fronten – einschließlich der Freigabe der Straße von Hormus – vorsieht. Gleichzeitig stellen die anhaltenden israelischen Angriffe auf Hisbollah-Stellungen, die Jerusalem mit Verstößen der Miliz gegen die Feuerpause begründet, eine Hypothek für die Gespräche dar. Beobachter in Islamabad und Doha verweisen auf die traditionelle Rolle der beiden Staaten als Vermittler in indirekten amerikanisch-iranischen Kontakten; bereits im Februar 2026 hatte es in Genf einen dritten Gesprächsrunden zur iranischen Nuklearfrage gegeben, ohne dass ein Durchbruch gelang.
Die neuerliche Schließung der Straße von Hormus durch die iranischen Streitkräfte verdeutlicht die Fragilität der Lage. Aus europäischer Sicht wäre eine dauerhafte Blockade der für die globale Energieversorgung zentralen Wasserstraße mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen verbunden. In Berlin und Wien wird daher mit Sorge registriert, dass die israelische Militäroperation im Libanon, die laut Teheraner Darstellung gegen die Abmachungen von Islamabad verstößt, die Umsetzung der Vereinbarung unmittelbar gefährdet. Derweil liegt die Priorität der Gespräche in Bürgenstock auf technischen Fragen der Deeskalation, etwa der Überwachung des Waffenstillstands und der Wiederherstellung der Schifffahrtsfreiheit. Ein Scheitern der Verhandlungen, so befürchten Diplomaten in Genf, könnte die gesamte Region zurück in einen offenen Krieg stürzen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Iranian delegation departed for Switzerland to discuss implementation of the US deal. Tehran aims to press Washington on the Lebanon ceasefire and regional de-escalation, warning that otherwise the understanding may collapse.
The ceasefire in Lebanon appears to have revived negotiations. US envoy Steve Witkoff and Jared Kushner are in Switzerland to meet the Iranian foreign minister. Technical details remain to be ironed out.
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