
Globale Kreditklemme: Wohnungsmärkte in Iran, Argentinien und Italien unter Druck
Während in Iran die Hypothekenvergabe auf ein Rekordtief fällt, bremsen steigende Zinsen in Argentinien den Markt – nur in Italien zeigt sich eine überraschende Dynamik bei jungen Käufern.
Die weltweite Verschärfung der Kreditbedingungen trifft den Wohnungsmarkt mit voller Wucht, wie aktuelle Daten aus drei Kontinenten zeigen. In Iran ist der Anteil der Bankkredite für den Wohnungsbau auf 2,8 Prozent gesunken – der niedrigste Wert seit 2013. Wie die Wirtschaftszeitung Donya-e Eqtesad berichtet, bedeutet dies einen realen Rückgang von 51 Prozent bei den Hypothekendarlehen in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres. Die Regierung in Teheran hatte zwar die Obergrenze für Mietkautionen in der Hauptstadt auf umgerechnet rund 7.000 Euro angehoben, doch die geringe Kreditvergabe und die hohe Inflation untergraben die Kaufkraft der Bevölkerung. Parallel dazu hat sich ein informeller Markt für Kleinkredite entwickelt, bei dem sogar Mobilfunkverträge als Sicherheit dienen – ein Indiz für die verzweifelte Suche nach Liquidität.
In Argentinien zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch aus anderen Gründen. Wie die Zeitung El Tribuno aus der Provinz Salta meldet, sind die Hypothekenkredite im April eingebrochen. Steigende Zinsen, sinkende Planungssicherheit und kürzere Laufzeiten haben den Markt stark eingeschränkt. Nach einem Bericht der Stiftung Tejido Urbano belief sich das gesamte Hypothekenvolumen im ersten Quartal 2026 auf umgerechnet 5,7 Milliarden US-Dollar – ein Betrag, der angesichts der hohen Inflation und der wirtschaftlichen Unsicherheit kaum ausreicht, um die Nachfrage zu decken. In der Provinz Buenos Aires wurden im April knapp 10.000 Kaufverträge registriert, aber nur jeder zehnte davon wurde über eine Hypothek finanziert. Die Schere zwischen Miet- und Eigentumsmarkt öffnet sich weiter.
Überraschende Impulse kommen dagegen aus Italien. Wie Affari Italiani berichtet, haben die Banken in der Region Latium in den ersten Monaten des Jahres über sechs Milliarden Euro an Hypothekendarlehen ausbezahlt – ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders bemerkenswert: Mehr als ein Drittel der Kredite entfällt auf Käufer unter 35 Jahren. Ermöglicht wird dies durch den staatlichen Garantiefonds Consap, der jungen Familien den Zugang zu Finanzierungen erleichtert. Die Entwicklung zeigt, dass gezielte staatliche Förderung den Immobilienmarkt auch in Zeiten hoher Zinsen beleben kann – ein Modell, das in Teheran und Buenos Aires derzeit fehlt.
Die unterschiedlichen Entwicklungen verdeutlichen, wie stark nationale Rahmenbedingungen den Wohnungsmarkt prägen. Während in Iran und Argentinien die Kreditklemme den Traum vom Eigenheim für viele unerreichbar macht, setzt Italien auf eine aktive Förderpolitik. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die ebenfalls mit steigenden Zinsen und hohen Immobilienpreisen kämpfen, bieten die Erfahrungen aus Rom eine mögliche Blaupause: Eine staatliche Teilgarantie könnte vor allem jungen Familien den Markteintritt erleichtern. Ohne solche Maßnahmen droht in vielen Ländern eine dauerhafte Spaltung zwischen Mietern und Eigentümern – mit weitreichenden sozialen Folgen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Iranian press frames the housing loan crisis as a severe failure of the banking system, with only 2.8% of total loans going to housing—the lowest share since 2013. The narrative highlights a 51% real decline in mortgage lending, blaming banks for neglecting the sector and exacerbating the housing recession. The tone is accusatory, portraying ordinary buyers and builders as victims of financial mismanagement.
Latin American press reports a slowdown in mortgage lending due to rising interest rates and shorter loan terms, making housing finance more selective. The tone is neutral and analytical, focusing on market conditions and reduced affordability. The narrative emphasizes the shrinking pool of households able to access mortgages, without assigning blame.
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