
EU-Kommission: TikTok verstößt gegen Jugendschutz – Bußgeld von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes droht
Die Europäische Kommission hat in einer vorläufigen Prüfung festgestellt, dass die Video-Plattform TikTok Minderjährige einem erhöhten Risiko von Belästigung und Missbrauch aussetzt.
Am 24. Juli 2026 übermittelte die Europäische Kommission dem chinesischen Videodienst TikTok ihre vorläufigen Untersuchungsergebnisse, wonach die Plattform gegen die Vorgaben des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) zum Schutz Minderjähriger verstößt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht TikTok eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes des Mutterkonzerns ByteDance. Die Untersuchung, die bereits im Februar 2024 eingeleitet worden war, umfasst mehrere Beschwerdepunkte, von denen der aktuelle Vorwurf die unzureichende Sicherheit der Kontoeinstellungen von Minderjährigen betrifft.
Aus Brüsseler Sicht liegt das Kernproblem in der Möglichkeit, dass Jugendliche ihr Profil als „öffentlich“ einstellen können. Dies erlaubt es jedem Nutzer, einschließlich Personen ohne TikTok-Konto, deren Inhalte einzusehen. Zudem können Beiträge von 16- und 17-Jährigen über den Algorithmus des „Für dich“-Feeds anderen Nutzern empfohlen werden. Die Kommission bewertet dies als Risiko für unerwünschte Kontakte durch potenzielle Täter, Cybermobbing und räuberisches Verhalten. Selbst bei als privat markierten Konten bleiben Profile über Follower-Listen auffindbar und Profilbilder für jedermann sichtbar. Die Brüsseler Behörde fordert daher, dass Inhalte Minderjähriger standardmäßig nur für vom Jugendlichen akzeptierte Nutzer sichtbar sein dürfen und nicht mehr im Empfehlungsalgorithmus auftauchen sollen.
TikTok wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass bereits über 50 Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen voreingestellt seien. Konten von Nutzern unter 18 Jahren seien standardmäßig privat, jüngere Teenager könnten keine Direktnachrichten versenden und ihre Inhalte würden nicht im „Für dich“-Feed erscheinen. Das Unternehmen kündigte an, die Unterlagen zu prüfen und konstruktiv mit der Kommission zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig räumte TikTok in der Vergangenheit bereits Zugeständnisse in zwei anderen DSA-Verfahren ein, um Strafen abzuwenden; ein weiteres Verfahren zum suchtfördernden Design mit Autoplay und endlosem Scrollen ist noch offen.
Der Fall ist Teil einer umfassenderen Durchsetzung des DSA gegenüber großen Technologiekonzernen. Die EU hat bereits gegen Google und AliExpress hohe Geldstrafen verhängt und prüft ähnliche Schritte gegen Meta. Die zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission, Henna Virkkunen, erklärte, ein hohes Schutzniveau für Minderjährige dürfe keine freiwillige Option sein, sondern müsse die Grundeinstellung bilden. In mehreren Mitgliedstaaten, darunter Frankreich, werden zudem gesetzliche Verbote für die Nutzung sozialer Medien unter 15 Jahren vorangetrieben. Schätzungen der Kommission zufolge sind die Mehrheit der 170 Millionen TikTok-Nutzer in der EU minderjährig, wobei sieben Prozent der 12- bis 15-Jährigen täglich vier bis fünf Stunden auf der Plattform verbringen.
TikTok hat nun Gelegenheit, zu den vorläufigen Feststellungen Stellung zu nehmen, bevor die Kommission eine endgültige Entscheidung über einen Verstoß und eine mögliche Sanktion trifft. Die weiteren Untersuchungsstränge, darunter die Altersverifikation und der Zugang zu Daten für Forscher, dauern an. Ein Abschluss des Gesamtverfahrens wird in den kommenden Monaten erwartet.
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.30 | critical |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
The EU protects minors from an irresponsible platform.
By detailing the risks (cyberbullying, unwanted contacts, predatory behavior), the regulatory intervention is legitimized as necessary and urgent.
The EU acts as a regulator, but the news is reported with detachment.
By presenting official EU statements without additional commentary, the reporting maintains a neutral stance, avoiding endorsement or criticism.
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