
Britische Millionäre fordern höhere Vermögensteuer – Druck auf Premier Burnham wächst
120 wohlhabende Briten, darunter Gary Lineker und Brian Eno, appellieren an den neuen Premierminister, Superreiche stärker zu besteuern – ein Vorstoß mit möglichen Folgen für die europäische Steuerdebatte.
Eine Gruppe von 120 britischen Millionären hat den neuen Premierminister Andy Burnham in einem offenen Brief aufgefordert, die Besteuerung großer Vermögen zu erhöhen. Der von der Organisation Patriotic Millionaires UK koordinierte Appell erreicht Burnham in den ersten Tagen seiner Amtszeit, in denen er ein wirtschaftlich angespanntes Umfeld mit steigender Inflation und wachsendem Druck auf die öffentlichen Dienste vorfindet. Die Unterzeichner – darunter der ehemalige Fußballnationalspieler Gary Lineker, der Musiker Brian Eno und der Regisseur Richard Curtis – erklären, sie könnten sich höhere Abgaben leisten, und fordern eine Abkehr von der Besteuerung von Arbeitseinkommen hin zu einer stärkeren Belastung vermögensbasierter Einkünfte.
Konkret schlägt die Initiative eine Steuer von zwei Prozent auf Vermögen oberhalb von zehn Millionen Pfund vor. Nach Berechnungen von Tax Justice UK wären davon weniger als 0,04 Prozent der Bevölkerung – rund 20.000 Personen – betroffen, das Aufkommen wird auf etwa 24 Milliarden Pfund jährlich geschätzt. Die Gruppe verweist auf eine eigene Umfrage, wonach 75 Prozent der britischen Millionäre höhere Steuern für sich selbst befürworten. Aus Sicht der Organisation könnte das zusätzliche Steueraufkommen einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung von Schulen, Krankenhäusern und Sozialleistungen leisten und zugleich die regionale Ungleichheit mildern.
Die politischen Reaktionen auf den Vorstoß fallen entlang der Parteilinien aus. Premierminister Burnham, der noch vor seinem Amtsantritt in einem Podcast mit Lineker eine Vermögensteuer nicht ausgeschlossen hatte, hält sich eine solche Option offen, ohne sich festzulegen. Die konservative Opposition unter Kemi Badenoch lehnt den Vorstoß ab und verweist darauf, dass Freiwillige bereits jetzt über eine Spendenmöglichkeit des Finanzministeriums zusätzliche Zahlungen leisten könnten. Die Labour-Politikerin Emma Reynolds, Staatssekretärin im Schatzamt, begrüßte zwar die Bereitschaft der Vermögenden, verwies jedoch ebenfalls auf die bestehende Spendenoption und darauf, dass grundlegende Steueränderungen frühestens im nächsten Haushalt angekündigt würden.
Die Initiative reiht sich in eine breitere Bewegung ein, die in den USA nach der Finanzkrise 2008 entstand und mittlerweile auch in Kanada und Großbritannien Ableger hat. In den Vereinigten Staaten hatten sich im Januar knapp 400 Millionäre mit einer ähnlichen Forderung an die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos gewandt. Für die Debatte im deutschsprachigen Raum ist der britische Vorstoß insofern relevant, als auch hierzulande die Vermögensteuer seit Jahren Gegenstand politischer Kontroversen ist, ohne dass es zu einer Einigung über Freibeträge oder Steuersätze gekommen wäre. Die britische Diskussion könnte damit als Referenzpunkt für Befürworter einer stärkeren Besteuerung großer Vermögen in Deutschland, Österreich und der Schweiz dienen.
Der nächste konkrete Schritt ist die Vorlage des britischen Haushaltsentwurfs, in dem die Regierung Burnham ihre steuerpolitischen Prioritäten darlegen wird. Bis dahin bleibt der Appell der Patriotic Millionaires ein symbolischer Akt, der den politischen Druck auf den neuen Premierminister erhöht, ohne dass unmittelbare gesetzgeberische Konsequenzen zu erwarten sind.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | +0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
Britische Millionäre bitten darum, für das Gemeinwohl höher besteuert zu werden.
Die Bitte wird als Akt der Großzügigkeit und Verantwortung dargestellt, wobei etwaige Meinungsverschiedenheiten ausgelassen werden.
Es wird nicht erwähnt, dass nicht alle Millionäre zustimmen, wie andere Medien berichten.
Einige Millionäre fordern höhere Steuern, aber die Bitte ist nicht einhellig und wird mit Skepsis betrachtet.
Ein Element des Zweifels wird eingeführt, indem betont wird, dass nicht alle Reichen zustimmen, was die Begeisterung dämpft.
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